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Zitate zu den Themen: Wirtschaft, Wachstumszwang, Geld, Zins, Globalisierung, Ökologie, Nachhaltigkeit...

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Th. W. Adorno (2)
Papst Alexander III.
Franz Alt
Elmar Altvater
Günther Anders
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Aristoteles (2)

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Karl Barth
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Kurt Biedenkopf
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Jörg Blech
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de Boisguillebert (2)
Jürgen Borchert
Max Born
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Bertolt Brecht
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Christovam Buarque
Warren Buffett (2)
V. Bulmer-Thomas
Dieter Burgmann
George W. Bush

CD-Tipp

Bernd Grashoff
Das Geldwunder von Wörgl
Grashoff: Das Geldwunder von Wörgl

C

Albert Camus
Andrew Carnegie
Bill Christison
Bill Clinton
J. G. H. Colins
Helmut Creutz (3)

D

Ralf Dahrendorf
Wilfried Deiß
Hans Diefenbacher
Hoimar von Ditfurth
Richard Douthwaite
Leila Dregger (2)
E. Drewermann (3)

CD-Tipp

Falk Fischer
Der Fluss des Geldes
Fischer: Der Fluss des Geldes

E

Albert Einstein
Kurt Eisner
Michael Ende (2)
Friedrich Engels
Erhard Eppler
André Erlen
Th. Estermann (2)

F

Kurt Faltlhauser
Joachim Fernau
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Pierre Fornallaz
Gustav Freytag
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Thomas L. Friedman
Erich Fromm (2)
Michael Fromm

G

John K. Galbraith
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H

Jürgen Habermas
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G. W. F. Hegel
Heinrich Heine (2)
Johannes Heinrichs
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Hesekiel
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J

Thomas Jefferson

K

Erich Kästner
Peter Kafka (2)
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John F. Kennedy
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J. M. Keynes (2)
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Egon W. Kreutzer
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L

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N

Fr. Naumann (2)
George Naylor
Fr. Nietzsche (2)
Heinz Nixdorf
Sir Dudley North
Gregor von Nyssa

Buchtipp

Helmut Creutz
Das Geldsyndrom
Creutz: Das Geldsyndrom

O

Ocean Colour Scene
Abdullah Öcalan
Günter Ogger
Hans Olbrich
Werner Onken

P

Hans A. Pestalozzi
J.-H. Pestalozzi
Sir William Petty
Isaac Pinto
Klaus Popp (3)
P. J. Proudhon

Q

Alissa Quart

Download-Tipp

Dieter Suhr
Auf Arbeitslosigkeit programmierte Wirtschaft
Text auf: Geldreform.de

R

Harold Rasch
Walther Rathenau
Fritz Reheis (2)
Jens Reich
Wolfgang Reitzle
Edelbert Richter
Gerhard Riemann
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W. Rosenberger (2)
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Gustav Ruhland (3)

S

Jean Baptiste Say
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Harald Schmidt (2)
Helmut Schmidt
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Stapleton
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T

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Lester C. Thurow
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Destutt de Tracy
Kurt Tucholsky

U

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J. von Uexküll (3)
Unterguggenberger
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V

Philipp von Valois
Karl von Vogelsang

W

Helmut Waldert
Gerhard Waldherr
Jack Weatherford
Max Weber
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Judith Wilske
Franz M. Wuketits

Y

Muhammad Yunus

Z

Stephen Zarlenga

Buchtipp

Bernd Senf
Die blinden Flecken der Ökonomie
Wirtschaftstheorien in der Krise
Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie

Y Z A B C

"Wird einmal der Schein des Lebens ganz getilgt sein, den die Konsumsphäre selbst mit so schlechten Gründen verteidigt, so wird das Unwesen der absoluten Produktionsiehe auch Klaus Popp triumphieren."

Theodor Wiesengrund Adorno (*1903, †1969), dt. Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker, in "Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben" (1951)
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"Amüsementsiehe auch Kurt Eisner ist die Verlängerung der Arbeit unterm Spätkapitalismus. Es wird von dem gesucht, der dem mechanisierten Arbeitsprozess ausweichen will, um ihm von neuem gewachsen zu sein. Zugleich aber hat die Mechanisierung solche Macht über den Freizeitler und sein Glück, sie bestimmt so gründlich die Fabrikation der Amüsierwaren, dass er gar nichts anderes mehr erfahren kann als die Nachbilder des Arbeitsvorganges selbst... Das Vergnügen befördert die Resignation, die sich in ihm vergessen will."

Theodor Wiesengrund Adorno (*1903, †1969), dt. Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker, Max Horkheimer (*1895, †1973), dt. Philosoph und Soziologe, in "Dialektik der Aufklärung" (1944)
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"Jede Gesetzgebung, die den Zins erlaubt, ist null und nichtig."

Papst Alexander III. (*1105, †1181)
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"Werden zu wenig Lebensmittel produziert? Gegenwärtig stehen jedem der sechs Milliarden Menschen täglich mehr als ein Kilogramm Getreide und Hülsenfrüchte, ein halbes Kilogramm Fleisch, Milch und Eier sowie ein halbes Kilogramm Obst und Gemüse zur Verfügung. Rein statistisch betrachtet, muss niemand hungern oder verhungern, im Gegenteil, wir haben Nahrungsmittel im Überfluss... Etwa 80 Prozent aller unterernährten Kinder leben in Ländern mit Nahrungsmittel- überschüssen, errechnete die Weltgesundheitsorganisation. Aber häufig werden Nahrungsmittelüberschüsse aus Ent- wicklungsländern als Tierfutter in die Industriestaaten geschickt. Die Lebensmittel der Armen werden von den Schweinen und Rindernsiehe auch Jakob von Uexküll der Reichen gefressen. Entwicklungsländer sind hoch verschuldet und beschaffen sich über Lebensmittel- exporte Devisen, auch wenn die eigene Bevökerung hungertsiehe auch Susan George..."

Franz Alt (*1938), dt. Autor und Fernsehmoderator
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"Inzwischen ist die Spekulation mit Derivatensiehe auch Warren E. Buffett sogar zu einem 'Offizialdelikt' geworden; eine Reihe von Finanzministern europäischer Staaten benutzt Derivate, um die Schuld und den Schuldendienst zu (ver)schieben... Das verringert den Schuldendienst heute, kann ihn aber später beträchtlich steigern. Ähnliches hat der Stadtkämmerer der kalifornischen Gemeinde Orange County in den achtziger und frühen neunziger Jahren versucht. Zunächst war Mr. Criton sehr erfolgreich und bei den Bürgern entsprechend beliebt. Doch am 6. Dezember 1994 führten inzwischen aufgelaufene Spekulationsverluste von zwei Milliarden Dollar zum Bankrott der Gemeinde."

Elmar Altvater (*1938), Professor für Politikwissenschaft an der FU-Berlin, in "Wer reitet den Tiger der Weltfinanzen" in Freitag 4/1998
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"Nun, die Mehrzahl der heute Arbeitenden gehören noch nicht zur Kategorie der Automationsdiener. Aber der Trend ist unaufhaltsam: Im Jahr 2000 werden, so sagt man voraus, die meisten Arbeiter Automationsarbeitersiehe auch Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi sein. Das bedeutet natürlich nicht, dass dann alle 'Arbeitswilligen' an oder in Automationen arbeiten werden. Denn es gibt eine eiserne Regel der Umkehrung der Proportion, die besagt, dass mit der steigenden Zahl der Automationen die Zahl der erforderlichen Arbeiter sinkt. Anders ausgedrückt: Es ist unvermeidlich, dass, gewissermaßen als 'zweites Produkt', aus den Auto- mationen ein Millionenhaufen von Arbeitslosen... herausfällt... Wird sich nicht die Menschheit in ein einziges kolossales Lunmpenproletariat verwandeln?... Aber während früher das Ziel der Arbeit darin bestanden hatte, Bedürfnisse durch Erzeugung von Produkten zu befriedigen, zielt heute das Bedürfnis auf Arbeitsplätze; Arbeitsbeschaffung wird zur Aufgabe, Arbeit selbst wird zum herzustellenden Produkt."

Günther Anders, (*1902, †1992), dt. Philosoph, in "Die Antiquiertheit des Menschen, Band 2, Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution" (1977)
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"L’argent n’a pas de maître." [dt.: "Das Geld hat keinen Herrn."]

französisches Sprichwort


"Der Schuhmacher oder Tischler ehrte sein Handwerk. Und Werftarbeiter konnten noch stolz darauf sein, das prächtige Schiff vom Stapel laufen zu sehen, das sie selbst gebaut hatten. Dieses Gefühl von Nützlichkeit gibt es in 95% aller Jobs nicht mehr. Der 'Dienstleistungs'-sektor beschäftigt nur Dienstboten und Computeranhängsel, die keinen Grund haben, stolz zu sein. Selbst ein Arzt fungiert nur noch als Handelsvertreter der pharmazeutischen Konzerne. Wer kann von sich noch behaupten, er mache sich nützlich? Entscheidend ist nicht mehr, wozu etwas nützt, sondern wieviel man damit verdienen kann. Alleiniges Ziel jeder einzelnen Arbeit ist, den Gewinn des Unternehmens zu steigern, und ebenso ist auch die alleinige Beziehung des Arbeiters zu seiner Arbeit sein Gehalt.siehe auch Friedrich Engels Gerade deshalb, weil Geld das Ziel istsiehe auch Fritz Reheis und nicht gesellschaftlicher Nutzen, existiert Arbeitslosigkeit. Vollbeschäftigung bedeutet ökonomische Krise, Arbeitslosigkeit bedeutet gesunder Markt. Was passiert, wenn ein Konzern ankündigt, daß er so und so viele Arbeitsplätze vernichtet?siehe auch Bruno Schnell Alle Börsenspekulanten loben seine Sanierungsstrategie, die Aktien steigen, und bald darauf wird die Bilanz die entspre- chenden Gewinne aufweisen. Auf diese Weise schaffen die Arbeitslosen mehr Profit als ihre Ex-Kollegen. Logischerweise müsste man also dem Arbeitslosen dafür danken, dass er wie kein anderer das Wachstum fördert. Stattdessen kriegt er nicht einen Furz des Gewinns ab, den er selber schafft. Der Glückliche Arbeitslose ist der Meinung, dass er für seine Nicht-Arbeit entlohnt werden muss."

aus dem Manifest der Glücklichen Arbeitslosen


"Heiratet ein Mann seine Haushälterin und macht sie zur Hausfrau — was bewirkt er damit? Er schmälert das Bruttoin- landsprodukt. Stoßen zwei Jumbojets über New York zusammen — was resultiert daraus? Das Bruttoinlandsprodukt wächst."

Unbekannt


"Studiengebühren? Nur gegen Spendenquittung!"

Plakat auf einer Studentendemo in NRW (2003)


"Herr Stoiber, warum weiter an der Bildung sparen — die CSU hat doch schon 60%."

Plakat auf einer Studentendemo in München (2003)


"Der Klassenkampf treibt mitunter wilde Blüten, wie ein Experiment unter Harvard-Studenten zeigte: Sie wurden nach ihren Gehaltswünschen befragt. Dabei hatten sie die Wahl zwischen: (a) einem Jahreseinkommen von 50000 Dollar, während alle anderen die Hälfte davon verdienen würden oder (b) einem Jahreseinkommen von 100000 Dollar, während alle anderen das Doppelte verdienen. Die überwiegende Mehrheit entschied sich für Alternative (a)."

Wirtschaftswoche, 16. Dezember 2003


"Ich bezahle meine Mastercard-Rechnung mit Visa."

Autoaufkleber, USA, 90er Jahre


"[Vom] 1. bis zum 10. April 1947... trafen sich auf dem Mont Pèlerin oberhalb von Vevey 39 Wissenschaftler, Unternehmer und Journalisten auf Einladung von Friedrich August von Hayek, um über die Herausforderungen und Bedrohungen einer liberalen Gesellschaft zu diskutieren. Am Ende der zehn Tage... kam es schließlich, wie dies das Ziel Hayeks gewesen war, zur Gründung der nach dem Tagungsort benannten Gesellschaft... Alle zwei Jahre veranstaltet die Mont Pèlerin Society (MPS) an irgendeinem Ort der Welt ein sogenanntes General Meeting, dazwischen finden regionale Treffen statt. Die Veranstaltungen dienen der Diskussion, sind nach innen gerichtet und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Diese 'Abschottung' macht die Gesellschaft in den Augen vieler leicht suspekt... So sind... die Medien offiziell nicht zugelassen, und die wenigen Journalisten unter den Mitgliedern können zwar über die Essenz der Gespräche berichten, sollten aber nicht allzu sehr in die Details gehen... Von der deutschen Wirtschafts- und Währungsunion (Ludwig Erhard) und der Freiburger Schule über die Reagan-Jahre und dem Thatcherismus mit deren Rückgriff auf unzählige Berater aus den Reihen der MPS bis hin zur samtenen Revolution in der Tschechoslowakai (Václav Klaus) spielten Mitglieder der MPS immer wieder eine Schlüsselrolle."

Neue Zürcher Zeitung, 3. Mai 1997
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"Geld wurde erfunden, um Tauschhandlungen zu tätigen. Und deshalb ist es an sich unerlaubt, für den Gebrauch des geliehenen Geldes eine Belohnung zu nehmen, die man Zins nennt."

Thomas von Aquin (*1224, †1274), dt. Vertreter der Scholastik
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"Die Ökonomik, nicht die Chrematistik, hat eine Grenze... die erstere bezweckt ein vom Gelde selbst Verschiedenes, die andere seine Vermehrung... Die Verwechslung beider Formen, die ineinander überspielen, veranlasst einige, die Erhal- tung und Vermehrung des Geldes ins Unendliche als Endziel der Ökonomik zu betrachten."

Aristoteles (*384 v.Chr., †322 v.Chr.), griech. Philosoph, in "De Republica" [dt.: "Vom Staat"]


"Das Geld ist für den Tausch entstanden, der Zins aber weist ihm die Bestimmung an, sich durch sich selbst zu ver- mehren. Daher widerstreitet auch diese Erwerbsweise unter allen am weitesten dem Naturrecht."

Aristoteles (*384 v.Chr., †322 v.Chr.), griech. Philosoph
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Z A B C D

"Wucher ist das sicherste Mittel zum Gewinn, obwohl eines der schlechtesten, da er nichts anderes bedeutet, als sein Brot zu essen 'im Schweiße des Angesichts eines anderen'.siehe auch Harald Schmidt"

Francis Bacon (*1561, †1626), engl. Staatsmann und Philosoph
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"Wo nicht der Mensch, sondern das zinstragende Kapital der Gegenstand ist, dessen Erhaltung und Mehrung der Sinn und das Ziel der politischen Ordnung ist, da ist der Automatismus schon im Gang, der eines Tages die Menschen zum Töten und Getötetwerden auf die Jagd schicken wird."

Karl Barth (*1886, †1968), dt. evang. Theologe
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"Die Macht des Geldes muss gebrochen werden. Das heißt aber noch nicht, dass das Geld abgeschafft werden muss, sondern die Bedeutung des Geldes als einem Wirtschaftswert. Denn das ist die exakte Bedeutung und Antwort auf die Frage: Was ist Geld heute? Heute ist Geld ein Wirtschaftswert, es ist eine Ware, die handelbar ist.siehe auch Sir William Pettysiehe auch Philipp von Valois Man kann damit spekulieren, man kann damit Parteiensiehe auch Oswald Spengler kaufen, man kann da alles mögliche mit machen, das haben wir ja gesehen."

Joseph Beuys (*1921, †1986), dt. Aktionskünstler, in "Was ist Geld? Eine Podiumsdiskussion" (hrsg. von Rainer E. Rappmann und Michaela Meyer) (1991)
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"Das politische System unseres Landes beruht auf Annahmen, die mit der Lebenswirklichkeit nicht länger vereinbar sind; auf der Annahme nämlich, dass ein stetes exponentielles Wachstum der materiell verfügbaren Ressourcen, des materiel- len Bruttosozialproduktes, dauerhaft möglich ist. Sämtliche seiner wesentlichen Grundlagen, Strukturen, Verhaltenswei- sen und Erwartungen sind durch diese Annahme inhaltlich geprägt. Sein Geldsystemsiehe auch Robert R. Hemphill und die Marktwerte der Güter- und Dienstleistungen beruhen auf ihr... Wer die Möglichkeit dauerhaften exponentiellen Wachstums leugnet, gefährdet deshalb das gegenwärtig reale demokratische Herrschaftssystem ebenso wie die Beweise Galileis das damalige Herr- schaftssystem der Kirche gefährdeten."

Kurt Biedenkopf (*1930), dt. Politiker, auf der 56. Physikertagung Berlin (1992)
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"99% der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als nicht existent... Solange wir aber die Geldwirtschaft nicht als Problem erkennen, ist keine ökologische Wende möglich."

Hans Christoph Binswanger (*1929), schweiz. Wirtschaftswissenschaftler, Professor an der Univeristät St. Gallen


"Nicht nur die Reproduktion von Arbeit und Kapital, sondern auch die Reproduktion bzw. Instandhaltung der Natur muss als Aufgabe der Wirtschaft betrachtet werden. Die Natur muss als dritter Produktionsfaktor und auch als dritter Sozial- partner anerkannt werden.siehe auch Pierre Fornallaz"

Hans Christoph Binswanger (*1929), schweiz. Wirtschaftswissenschaftler, Professor an der Univeristät St. Gallen


"Bei meiner Interpretation ist die Erkenntnis neu, dass Goethe im Faust die moderne Wirtschaft als einen alchimistischen Prozess beschreibt und vor den Folgen solchen Tuns eindringlich warnt: vor allem dort, wo von der Schaffung von Gold, von Geld, von den Geldschöpfungsexperimenten die Rede ist... Hier liegt ein wesentlicher Teil von Goethes Faust-Botschaft. Alchemie ist kein mittelalterlicher Aberglaube, sie wird konsequenter denn je praktiziert, sie experimentiert heute mit dem Globus insgesamt, und dieses alchimistische Großprojekt heißt 'moderne Wirtschaft'... Was passiert denn in der Wirtschaft heute? Ständig 'wächst'siehe auch Peter Kafka etwas 'zu'. Merkwürdig nur, dass nirgendwo irgendetwas weniger werden soll. Genau das ist Alchemie, die Fortsetzung des Schöpfungsprozesses quasi aus dem Nichts."

Hans Christoph Binswanger (*1929), schweiz. Wirtschaftswissenschaftler, Professor an der Univeristät St. Gallen,
in einem Interview (1988)
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"Mit einem Blick aufs Gebiss können Zahnärzte inzwischen die soziale Herkunft eines Kindes erschließen: Neunjährigen aus armen Familien faulen oder fehlen im Durchschnitt schon fünf Zähne. Die Verteilung von löchrigen Zähnen und schwindendem Zahnfleisch richtet sich nach dem sozialen Status... Die Chance, gesund zu sein, sinkt mit dem Einkommen."

Jörg Blech (*1966), dt. Biologe und Biochemiker, in "Arme sterben früher. Der Körper antwortet mit Krankheiten auf soziale Not." in Die Zeit, 17. Oktober 1997
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"Die Menschheit als ganze hat die Erde umsonst. Sie hat nie und an niemanden dafür bezahlt. Auch für die laufende Nutzung muss sie kein Entgeld bezahlen. Warum, so muss man sich fragen, kommt dieser Vorteil nicht anteilig bei jedem Einzelnen an? Es hatten allerdings nur die ersten Besetzer die Erde kostenlos.siehe auch Werner Rosenberger Seitdem ist die Erde besetzt und verteilt und jeder, der danach kommt, erbt entweder oder er muss zahlen. Er muss, auch wenn er sich auf einen durchschnittlichen Anteil beschränkt, für seine eigene und unentbehrliche, wie sein Leib zu ihm gehörende Lebensgrundlage an andere zahlen! Ein ursprünglich-eigenes Recht an Boden und Bodenschätzen müsste dagegen jedem, der sich mit einer durchschnittlichen Nutzung begnügt, in irgendeiner Form zustehen.siehe auch Joseph Stiglitz"

Frank Bohner (*1961), ehem. Lehrer, langjähriger Mitarbeiter des INWO-Rundbriefes, in der Zeitschrift r-evolution (April/Mai 2004)
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"Das Geld ist der Henker aller Dinge geworden."

Pierre de Boisguillebert (*1646, †1714), franz. Ökonom, in "Dissertation sur la nature des richesses, de l’argent et des tributs"
[dt.: "Abhandlung über das Wesen der Reichtümer, des Geldes und der Abgaben"] (1707)


"Das Geldsiehe auch Silvio Gesell erklärt dem ganzen Menschengeschlecht den Krieg."

Pierre de Boisguillebert (*1646, †1714), franz. Ökonom, in "Dissertation sur la nature des richesses, de l’argent et des tributs"
[dt.: "Abhandlung über das Wesen der Reichtümer, des Geldes und der Abgaben"] (1707)
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"Frauen und Sklaven wurden durch Gleichheit frei, nicht umgekehrt. Freiheit und Gleichheit verhalten sich also nicht konträr zueinander, sondern ganz im Gegenteil komplementär: Es gibt keine Freiheit ohne Gleichheit. Wenn die Bürger entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zur sozialen Verantwortung gezogen werden, hat das mit 'Gleichmacherei' nicht das Geringste zu tun. Nebenbei: Kapitaleinkünfte, namentlich Zinseinkünfte, gelten richtigerweise als so genannte 'leistungslosesiehe auch Kasimir Malewitsch Einkommen'. Wenn der Staat sie nicht entsprechend ihrer Leistungsfähigkeitsiehe auch Helmut Creutz zur Verantwortung zieht, ist das kein Beweis für besondere Leistungen der Begünstigten, sondern es handelt sich um Privilegien — und die sind als solche rechtfertigungsbedürftig."

Jürgen Borchert (*1949), dt. Jurist, Soziologe und Politologe, Richter am Landessozialgericht Darmstadt
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"Heute sind es nicht mehr die Cholera- und Pestbazillen, die uns bedrohen, sondern das traditionelle zynische Denken der Politiker, der Stumpfsinn der Massen und das Ausweichen der Physiker und anderer Wissenschaftler vor der Verant- wortung."

Max Born (*1882, †1970), dt. Physiker, Nobelpreis 1954
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"...bei näherer Überprüfung beißt sich das Argument der Wettbewerbsfähigkeit selbst in den Schwanz. Es beansprucht, Rezepte anzubieten, mit denen einzelne Volkswirtschaften einen größeren Teil des weltwirtschaftlichen Kuchens erwer- ben können. Doch was passiert, wenn sämtliche Länder im Vergleich zu ihren Nachbarländern wirtschaftlich konkurrenz- fähiger werden? Alle Beteiligten sind trotz großer Anstrengungen gleich weit wie zuvor. Wenn beispielsweise sämtliche Rohstoff produzierenden Länder mehr Rohstoffe produzieren, so sinken aufgrund des Überangebots die Preise, ohne dass den einzelnen Produzenten gedient wäre. Zwar kann es sich ein einzelnes Land nicht leisten, innerhalb der allge- meinen Konkurrenzsituation seine Wettbewerbsfähigkeit einfach zu vernachlässigen. Doch das Beispiel der Rohstoffe zeigt, dass wirtschaftliche Modelle nur taugen, wenn sie die Welt als Ganzes in Betracht ziehen."

Peter Bosshard, Mitarbeiter der Erklärung von Bern
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"Wir sind das Ziel von Terroristen, weil unsere Regierung fast weltweit für Diktatur, Sklaverei und Ausbeutung steht. Wir sind das Ziel der Terroristen, weil wir gehasst werden. Und wir werden gehasst, weil unsere Regierung hassenswerte Taten begangen hat. In wie vielen Ländern haben die Vertreter unserer Regierung Führer, die von der Bevölkerung gewählt waren, abgesetzt und durch Militärdiktaturen ausgetauscht, die nichts anderes als Marionetten und bereit waren, ihre eigenen Bürger an amerikanische Großkonzernesiehe auch Thomas L. Friedman zu verkaufensiehe auch Stanislaw Jezy Lec?... Der Hass, den wir säten, ist zurück- gekommensiehe auch Gabriele Gillen."

Robert Bowman, Erzbischof der Vereinigten Katholischen Kirche der USA
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"Die Armen sind auf Gerechtigkeit angewiesen, die Reichen auf Ungerechtigkeit."

Bertolt Brecht (*1898, †1956), dt. Schriftsteller
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"Die seit den Zeiten Moses', der griechischen Stadtstaaten und des römischen Imperiums geltende Zinslosigkeit des Geldes war eine religiös begründete Verbraucherschutzmaßnahme. Wucher, das gebräuchliche Wort für den Zins, spricht genau an, um was geht. Ein Körnchen Gold im Wert von einem Pfennig, vom Zimmermann Joseph zur Geburt seines Sohnes Jesu im Jahre null zu fünf Prozent Zinsen angelegt, wäre bis zum Jahr 1749 zum Wert eines Goldklumpen von der Größe der ganzen Erde gewuchert. Im Jahr 1990 hätten die Zinsen diesen 'Josephspfennig' auf 134 Milliarden Kugeln Gold in der Größe unseres Planeten anwachsen lassen. Ein solches Wachstum sprengt über kurz oder lang nicht nur den planetarischen, sondern auch jeden sozialen Rahmen, weil es wenigen Geldbesitzern gegenüber der Mehrheit von Armen unüberwindliche Vorteile einräumt."

Mathias Bröckers (*1954), dt. Journalist und Autor, in "Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9." (2002)
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"Die Globalisierung, die immer wieder als Argument herhalten muss, gibt es auch schon lange.siehe auch Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi Vor 1914 war die Welt durch die koloniale Gestaltung geprägt. Damals wurden die Koloniensiehe auch Vandana Shiva ausgebeutet, aber es war im Kern auch eine Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen."

Siegfried Broß (*1946), dt. Jurist, Richter am Bundesverfassungsgericht und Honorarprofessor an der Universität Freiburg
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"Die Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, ob in Einkommen, Bildung, Wohnniveau, Transport, Freizeitverhalten, Ernährung und Umgangsformen, ist so gewaltig, dass die Elite im Grunde nicht mit am gleichen Tisch sitzt, nicht über die gleichen Themen spricht, nicht jenes Gefühl hat, zum selben Volk zu gehören... Im Brasilien des 21. Jahrhunderts sieht sich die Elitesiehe auch Victor Bulmer-Thomas so entfernt vom Volk wie im 19. Jahrhundert."

Christovam Buarque, bras. Bildungsminister
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"Finanzielle Massenvernichtungswaffen!"

Warren E. Buffett (*1930), US-amerikan. Investor und Multimilliardär, über Finanzderivate


"Wenn man von einem Klassenkampf in Amerika sprechen will, dann steht meine Klasse auf der Gewinnerseite."

Warren E. Buffett (*1930), US-amerikan. Investor und Multimilliardär (2004)
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"Ebenso wie die alte französische Aristokratie fühlen sich die Eliten Lateinamerikassiehe auch Christovam Buarque erst dann richtig reich, wenn sie von Armen umgeben sind."

Victor Bulmer-Thomas, brit. Wirtschaftswissenschaftler, Direktor des Zentrums für lateinamerikanische Studien an der Londoner Universität (1996)
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"Jeder Kapitalanleger erwartet für seinen Kapitaleinsatz Gewinn bzw. Zinsen, die meist weit über das hinausgehen, was er selbst zum Leben braucht und die deshalb wieder investiert werden und wieder Gewinne bringen müssen, so dass das Kapital nach dem Zinseszins-System ständig wachsen muss. — Dieser Kapitalsteigerung (soll sie nicht zur reinen Inflation werden) muss eine entsprechende Steigerung der Warenproduktion gegenüberstehen, was wiederum nur bei wachsen- dem Markt oder durch Verdrängung Schwächerersiehe auch Bernard A. Lietaer möglich ist. — So entsteht die Kapital-Akkumulation, die zur Mono- polbildungsiehe auch Gustav Ruhland führt. Spätestens dann kann Wachstum nur noch durch Ausdehnung des Marktes gewährleistet werden. Im Zins-System liegt also ein unabdingbarer Zwangsiehe auch Konrad Lorenz zum Wachstum.siehe auch Pierre Joseph Proudhon"

Dieter Burgmann, dt. Politiker, Mitglied der ersten grünen Bundestagsfraktion, in "Anders leben — anders wirtschaften" (1987)
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"Das ist eindeutig ein Haushaltsplan — da sind eine ganze Menge Zahlen drin."

George Walker Bush (*1946), 43. Präsident der USA (Republikaner)
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A B C D E

"Wenn wir von diesem Jahrhundert etwas gelernt haben, so das, dass die wirtschaftliche Revolution eine befreiende sein oder nicht erfolgen wird; ebenso wird die Befreiung eine wirtschaftliche sein, oder es wird keine erfolgen."

Albert Camus (*1913, †1960), frz. Schriftsteller, Literaturnobelpreis 1957, in einer Rede (1953)
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"Wie ich sie kenne, gibt es wenige Millionäre, sogar sehr wenige, die frei sind von der Sünde, Bettler geschaffen zu haben.siehe auch Jean Baptiste Say"

Andrew Carnegie (*1835, †1919), schott. Stahlmagnat, Namensgeber für die "New York Carnegie Hall"
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"Wir denaturieren die Welt systematisch, denn die künstlichen Pflanzen kontaminieren ihre natürlichen Verwandten. Es gibt praktisch keine reine Nutzpflanze mehr in diesem Land."

Bill Christison, amerikanischer Farmer und Vorsitzender der "National Family Farm Coalition"
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"Welches Opfer wird denn den Leuten abverlangt, die mehr als eine Million Dollar verdienen? Es ist die Energie, die sie aufbringen müssen, um die Umschläge mit den Steuersenkungen zu öffnen."

William (Bill) Jefferson Clinton (*1946), 42. Präsident der USA (Demokrat), über die Steuerpolitik von George W. Bush
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"Es sei, fügt ihr hinzu, der Aneignung des Bodens und der Kapitalien zu verdanken, dass der Mensch, der nur seine Arme besitzt, Beschäftigung findet und sich ein Einkommen schafft... es kommt im Gegenteil gerade von der individuellen Aneignung des Bodens, dass es Menschen gibt, die nur ihre Arme besitzen... Wenn ihr einen Menschen in den luftleeren Raum versetzt, raubt ihr ihm die Luftsiehe auch Werner Rosenberger. So handelt ihr auch, wenn ihr euch des Bodens bemächtigt... Das heißt ihn in die alles Reichtums bare Leere versetzen, damit er nicht anders als nach eurem Willen leben kann."

J. G. Hippolyt Colins (*1783, †1859), belg. Ökonom und Sozialreformer, in "L’Economie Politique. Source des Révolutions et des Utopies prétendues socialistes" [dt.: "Die politische Ökonomie, die Quelle der Revolutionen und der vorgeblich sozialistischen Utopien"] Band III
(1857)
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"Man könnte rein theoretisch mit einer 20-Stunden-Woche seinen Lebensstandard, den man heute hat, decken, wenn man nicht eben auch noch ein Drittel der Zeit für die Zinsen arbeiten müsste."

Helmut Creutz (*1923), dt. Architekt und Wirtschaftsanalyst, auf der INWO-CD "Der Fluss des Geldes" (2001)


"Allein in der Miete, das weiß ich aus meiner Erfahrung als Architekt, stecken 60 bis 80 Prozent Zinsen drin. Die besteht fast nur aus Zinsen. Deswegen sprechen ja auch die Süddeutschen vom Mietzins, wenn Sie die Miete ansprechen. Und im Schnitt aller Ausgaben gesehen, muss man mindestens ein Drittel, eher 40 Prozent ansetzen, die wir heute dafür zahlen. Mit jedem Euro, den ich ausgebe, zahle ich 40 Prozent: 40 Cent Zinsen! Und ich muss mal im Jahr zusammen addieren, was ich auf diese Weise an Zinsen gezahlt habe und das vergleichen mit den Zinserträgen, die ich tatsächlich hatte. Da werden 80 Prozent der Bevölkerung feststellen, dass sie mehr eingezahlt als herausbekommen haben."

Helmut Creutz (*1923), dt. Architekt und Wirtschaftsanalyst, in der Deutschlandfunk-Sendung "Zwischentöne" (10. Aug. 2003)


"Die gesamte Zinsbelastungsiehe auch Pierre Joseph Proudhon aus allen Verschuldungen lässt sich in etwa an den Bankzinserträgen abmessen, die 2001 bei 382 Mrd. Euro lagen. Die gesamten Personalkosten, also Bruttolöhne plus Arbeitgeberanteile, betrugen 2001 rund 1.110 Mrd. Euro, bei einer Zahl von 32,7 Millionen Arbeitnehmern. Daraus errechnen sich durchschnittliche Personal- kosten je Arbeitsplatz in Höhe von 33.945 Euro. Teilt man die Zinslastgröße von 382 Mrd. Euro durch diesen Betrag, dann hätte man rechnerisch gut elf Millionen Arbeitnehmer damit bezahlen können. Allein der Staat, der heute rund 67 Mrd. Euro Zinsen jährlich aufbringen muss, hätte mit diesem Geld rund zwei Millionen Arbeitslosesiehe auch John Maynard Keynes einstellen können."

Helmut Creutz (*1923), dt. Architekt und Wirtschaftsanalyst, Antwort auf eine Leserfrage in der Zeitschrift Humanwirtschaft (Febr./März 2003)
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B C D E F

"Vom Sparkapitalismus sind wir unversehens zum Pumpkapitalismus übergegangen. Während lange Zeit Arbeit und wachsende Produktivität — also ein Überschuss an Leistung — Motor der Wirtschaftsentwicklung waren, sind es heute Konsum und wachsende Verschuldung, also ein Überschuss an Genuss. Nicht Sparen, sondern Borgen hält die Wirtschaft in Gang... Ist nicht das ganze Beharren auf harter Arbeit und Sparen ebenso abwegig wie, sagen wir, die Golddeckung der Währung?... In der Tat haben die gelegentlichen Mahnungen an die Ursprungswerte moderner Wachstumsgesell- schaften etwas Altväterliches, ja etwas Abwegiges... Sehen denn solche Mahner nicht, dass in dem Augenblick, in dem das Schuldenmachensiehe auch Joseph Hüwe aufhört, nicht nur die Sozialleistungen zu Ende gehen, sondern der gesamte Wirtschaftsprozess zusammenbricht? 'Aufschwung' kann im Pumpkapitalismus nur heißen, dass mehr geliehen, mehr auf Vorschuss gekauft wird. Das ist der 'kulturelle Widerspruch des Kapitalismus' (wie Daniel Bell es nennt), dass er als Wirtschaftsform auf Werten beruht, deren Anwendung heute seinen Zusammenbruch zur Folge haben müsste... In einer wichtigen Hinsicht ist die konsumgetriebene Wirtschaft eine Ökonomie des Als-ob: Sie schafft ständig Werte, deren Realität von Fragezeichen umlagert ist... Da ist nur ein dünnner Strich zwischen Wohlstand und Bankkrott."

Ralf Dahrendorf (*1929), dt. Soziologe und Politiker, "Hasardspiel mit der Zukunft. Zwischen Wohlstand und Bankkrott — die Ökonomie des Als-ob" in Die Zeit, 3/1984
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"Mir scheint, der Schwachpunkt von Attac besteht in dem Umstand, dass die Globalisierungskritiker genau denselben blinden Fleck haben wie neunundneunzig Prozent der übrigen Bevölkerung. Dieser blinde Fleck betrifft den Wachs- tumszwangsiehe auch Konrad Lorenz. Auch die Mehrzahl der Attac-Mitglieder hat die Mechanismensiehe auch Dieter Burgmann, die die Expansion der Geldvermögen weltweit antreiben, nicht durchdacht und nicht erfasst... Wer als Attac-Mitglied noch glaubt, Geld sei nichts weiter als ein Tauschmittel und brauche daher nicht näher betrachtet zu werden, sollte sich endlich besser informieren."

Wilfried Deiß (*1961), dt. Autor und Internist, Mitglied bei Attac und bei den "Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW)
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"Wenn Bewohner einer Region Handelsgeschäfte untereinander nur mit Hilfe eines Zahlungsmittels tätigen können, das von Menschen außerhalb dieser Region ausgegeben wird, wird ihre wirtschaftliche Lage immer von Ereignissen abhängig sein, die sie nicht beeinflussen können. Daher ist der erste Schritt einer Gemeinde, die ihre wirtschaftliche Unabhängig- keit erweitern will, die Einführung eines eigenen lokalen Zahlungsmittelssiehe auch Stephan Finsterbusch, das nebensiehe auch Bernard A. Lietaer der nationalen Währung verwendet werden kann."

Hans Diefenbacher (*1954), Referent für Ökonomie in der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) in Heidelberg und Beauftragter des Rates der EKD für Umweltfragen,
Richard Douthwaite (*1942), brit. Wirtschaftswissenschaftler, ehem. Unternehmer, ehem. Berater beim GCI (Global Common Institut, London), Journalist und Autor mit Schwerpunkt Wirtschaft, Nachhaltigkeit, fossile Energien, Windkraft,
in "Jenseits der Globalisierung — Handbuch für lokales Wirtschaften" (1998)
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"Aber trotzdem finden nun auch heute noch die allermeisten Menschen die Situation eigentlich recht gemütlich. Sie sehen nach wie vor nicht den geringsten Grund, am bisherigen Kurs unserer Gesellschaft — der ja in der Vergangenheit unbe- streitbar höchst erfolgreich gewesen ist — irgendwelche, geschweige denn radikale Korrekturen vorzunehmen. Fürwahr, wenn die menschliche Gesellschaft eines nicht allzufernen Tages dem ökologischen Kollaps zum Opfer fiele, wäre als Todesursache ein lebensbedrohlicher Mangel an Phantasie, an Vorstellungskraft, anzuführen."

Hoimar von Ditfurth (*1921, †1989), dt. Wissenschaftsjournalist, Autor und Fernsehmoderator, in "Die Sterne leuchten, auch wenn wir sie nicht sehen"
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"So war zum Beispiel die Hexenverfolgung nachweislich eine gezielte Vernichtung von Frauenwissen, um die männliche Wissenschaft und Handwerke durchzusetzen und sie ideologisch zu untermauern. Galt vor der Hexenverfolgung die Erde noch als heilig und war es damals noch verboten, in sie Löcher hinein zu graben, so wurden nacher Bodenschätze ohne weitere Bedenken ausgebeutet. Sir Francis Bacon schrieb: 'You must torture her!' Ihr müsst sie, die Natur, foltern, um ihr die Geheimnisse zu entreißen. Kolonialisierung, Naturwissenschaften, aufkommender Kapitalismus machten die Natur, die Frauen und die eingeborenen Völker zu so genannten 'freien Gütern', die man nach Belieben ausbeuten durfte.siehe auch Vandana Shiva"

Leila Dregger (*1959), dt. Journalistin und Herausgeberin der Zeitschrift "Die weibliche Stimme — für eine Politik des Herzens"


"'Subsistenz' ist für Wirtschaftsfachleute eher ein negativer Begriff. Er bezeichnet alle Arbeit, die der Reproduktion dient, und dazu zählt die Arbeit im eigenen Garten, Hausarbeit, Kindererziehung, Handarbeiten — alles, was nicht verkauft wurde und nicht mit Geld zu berechnen war, sondern selbst verbraucht oder — bei Überschüssen — getauscht wurde. Subsistenz produziert keine Waren und keinen Mehrwert, sondern das Wertvollste, was es gibt: das Leben. Trotzdem gilt das Maß an Subsistenz in Ökonomiekreisen als Maß für Armut; denn wo viel selbst verbraucht oder auf Märkten getauscht wird, sinkt das Bruttosozialprodukt, Staat und Wirtschaft gehen leer aus. Also: die Subsistenz produziert arme Länder, aber satte und verantwortlichesiehe auch Klaus Popp Menschen."

Leila Dregger (*1959), dt. Journalistin und Herausgeberin der Zeitschrift "Die weibliche Stimme — für eine Politik des Herzens"
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"Um vor diesem Hintergrund die religiöse Problematik des Geldes als einer verallgemeinerten Schuldform zu verstehen, muss man nur noch hinzufügen, dass die ersten Kreditgewinnler die Priester waren... Wirtschaftliche Schuld wurde nicht zu Unrecht als eine Konkretisierung der Grundschuld empfunden, die ein jeder Mensch gegenüber der Gottheit abtragen muss... So wenig wie die Kreditgeber sich wünschen können, dass es keine Schuldner mehr gäbe, so ist auch den Priestern daran gelegen, die Menschen ewig in 'göttlicher' Schuldsiehe auch Uwe Habricht gefangen zu halten."

Eugen Drewermann (*1940), dt. Theologe und Autor, in "Hat der Glaube Hoffnung — Von der Zukunft der Religion am Beginn des 21. Jahrhunderts" (2001)


"Hörend, was im Neuen Testament gesagt wird, frage ich mich immer wieder, wie es denn sein kann, dass der Mann aus Nazareth, den die verfassten Kirchen als den Erlöser der Welt bezeichnen, vor nichts im Himmel und auf Erden, nicht einmal vor dem Teufel, derart energisch gewarnt hat wie vor dem Geldsiehe auch Johannes Ude."

Eugen Drewermann (*1940), dt. Theologe und Autor, auf dem "INWO-Perspektivenkongress" (1999)


"In den Wirtschaftswissenschaften ist es sogar üblich geworden, die Gründung eines Unternehmens als Existenzgrün- dung zu bezeichnen. Man gebraucht den kostbarsten Begriff der Philosophie des 20. Jahrhunderts, um zu lehren, dass ein Mensch wirklich vollkommen abhängt von dem Wirtschaftsunternehmen, das er gründet."

Eugen Drewermann (*1940), dt. Theologe und Autor, auf dem "INWO-Perspektivenkongress" (1999)
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C D E F G

"Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat."

Albert Einstein (*1879, †1955), dt.-amerikan. Physiker, Nobelpreis 1921, angesichts der Weltwirtschaftskrise
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"Der Kapitalismus kennt nur das Surrogat des Lebensgenusses, das Amüsementsiehe auch Theodor W. Adorno/Max Horkheimer. Die Form der kapitalistischen Arbeitsteilung, die den einen ein sybaritisches Lotterleben ermöglicht, während sie die anderen zur Tretmühlesiehe auch Friedrich Engels einer die intellektuelle und physische Kraft absorbierenden Arbeitsfronsiehe auch Kasimir Malewitsch verdammt, lässt nicht dem edlen Lebensgenuss, sondern nur dem barbarischen Amüsement Raum."

Kurt Eisner (*1867, †1919), dt. Politiker (USPD-Vorsitzender) und Schriftsteller, in der Zeitschrift Vorwärts (1900)
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"Denn die Tatsache, dass ein Fünftel der Menschheit immer reicher und vier Fünftel immer ärmer werden, das liegt natürlich an unserer Wirtschaftsform und ganz speziell an unserem Geldwesen. Ich glaube, dass an diesem Geldsystem etwas geändertsiehe auch Silvio Gesell werden muss, um zu irgendeiner Art von Gleichgewicht in der Welt zu kommen..."

Michael Ende (*1929, †1995), dt. Schriftsteller


"Marx hat im Grunde geglaubt, das Problem des Kapitalismus dadurch zu lösen, dass anstelle der vielen Privatunterneh- mer nur ein einziger Unternehmer gesetzt wird, nämlich der Staat. Der Hauptfehler von Marx war, dass er den Kapita- lismus eigentlich gar nicht ändern, sondern nur dem Staat übergeben wollte. In den beiden feindlichen Zwillingen der letzten 70 Jahre hatten wir einen Privatkapitalismus und einen Staatskapitalismussiehe auch Klaus Gotto. Aber wir hatten keine nichtkapi- talistische Wirtschaftsordnungsiehe auch Klaus Popp. Marx' großes Verdienst bleibt dennoch, dass er Begriffe geschaffen hat, die eine Kritik des Wirtschaftslebens überhaupt ermöglichen."

Michael Ende (*1929, †1995), dt. Schriftsteller
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"Nichts ist fürchterlicher, als alle Tage von morgens bis abends etwas tun zu müssen, was einem widerstrebt. Und je menschlicher der Arbeiter fühlt, desto mehr muss ihm seine Arbeit verhasst sein, weil er den Zwang, die Zwecklosigkeit für sich selbst fühlt, die in ihr liegen. Weshalb arbeitet er denn? Aus Lust am Schaffen? Aus Naturtrieb? Keineswegs. Er arbeitet um des Geldes, um einer Sache willen, die mit der Arbeit selbst gar nichts zu schaffen hat.siehe auch Thomas Estermann"

Friedrich Engels (*1820, †1895), dt. Philosoph, Ökonom und Politiker, in "Die Lage der arbeitenden Klasse in England" (1845)
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"Deutschland steht, wie andere Industriestaaten auch, unter dem Druck eines global agierenden Kapitals, das durch seine Investitionsentscheidungen jede Regierung erpressensiehe auch Graf von Moltke kann... Es geht jetzt darum, wie man einen Rechts- und Sozialstaat unter diesem Druck funktionsfähig erhalten kann... Die Zwänge der Globalisierung sind so stark, dass es kaum möglich ist, sozialdemokratisches Wollen und diese Zwänge auf einen Nenner zu bringen."

Erhard Eppler (*1926), dt. Politiker, in der WELT (19. März 2004)
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"Wenn du zweifelst, kaufe es trotzdem!
Lehne gebastelte Geschenke ab!
Kaufe das, was deine Freunde sich nicht leisten können!"

André Erlen (*1974), Schauspieler und Theaterregisseur, Judith Wilske (*1969), Theaterregisseurin, in dem realsatirischen Einkaufsratgeber "Mein erstes Shopping Buch" (2002)
[Das Buch steht auf dem Index für jugendgefährdende Schriften.]
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"Wir leben in einer Zeit, in welcher sich die Macht verhüllt. Diktatoren und Herrscher konnten bekämpft werden. Die Macht des Geldes ist nicht personifiziert und es ist daher viel schwieriger, sie überhaupt wahrzunehmen. Was man nicht wahrnehmen kann, kann man auch nicht in Frage stellen, geschweige denn bekämpfen."

Thomas Estermann, schweiz. Psychologe, Mitglied der TALENT-Leitung


"Die Menschen in der heutigen spätkapitalistischen Gesellschaftsordnung sind um ein Vielfaches abhängigersiehe auch Fritz Reheis vom Geld, als dies in irgendeiner früheren Gesellschaft der Fall war... Geld wird zum alles bestimmenden Faktor darüber, ob ein Mensch an den Austauschprozessen der Gesellschaft, in der er lebt, teilnehmen kann oder nicht."

Thomas Estermann, schweiz. Psychologe, Mitglied der TALENT-Leitung
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D E F G H

"Die Bürgerinnen und Bürger in Bayern wollen nicht, dass ausländischen Investoren kommunale Einrichtungen wie etwa die Wasserversorgung oder die Kanalisation in die Hand fallen. Einen Ausverkauf der Städte und Gemeinden wegen kurz- fristig lukrativer Steuertricksereien und riskanter Finanzierungsmodelle wollen wir verhindern."

Kurt Faltlhauser (*1940), bayrischer Finanzminister, über Cross-Border-Leasing
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"Kapitalismus in des Wortes wahrer Bedeutung ist nicht, wie man Schwachköpfen einpaukt, die Ansammlung von Reichtum bei wenigen oder die Ausnutzung der Armen durch die Reichen oder die Trennung von Unternehmen und Arbeit. Das sind verwaschene Ideen, die aus dem Bauch kommen. Es gibt nur eine gültige Definition von Kapitalismus: Kapitalismus ist keine Wirtschafts- oder Gesellschaftsstruktur, Kapitalismus ist die Übernahme der Regierung durch die Hochfinanz."

Joachim Fernau (*1909, †1988), dt. Schriftsteller und Maler, in "Halleluja — Die Geschichte der USA" (1977)
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"Auf lokaler Ebene basierende Zahlungsmittelsiehe auch Bernard Lietaer könnten ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Eigeninitiativen in den Kommunen sein. Populär wurde die Community Currency in Japan durch eine Fernsehsendung vor drei Jahren. Diese setzte sich unter anderem mit der Theorie des Geldes und dessen Geschichte im Europa des 20. Jahrhunderts ausein- ander. Dabei spielte das Geldkonzept von Silvio Gesellsiehe dort, einem der Begründer der Freiwirtschaftslehre und oft benannten 'Geldidealisten', eine zentrale Rolle."

Stephan Finsterbusch (*1966), dt. Journalist, Japan-Korrespondent der FAZ (2003)
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"...wer viel Geld hat, der hat viel Macht, und zwar eine Macht, die durch weiter nichts gerechtfertigt ist als durch den Besitz. Sie ist nicht rechenschaftspflichtig und ist nicht legitimiert durch einen Auftrag, sondern leitet sich einfach ab aus dem Besitz von Geld."

Hans-Jürgen Fischbeck (*1938), dt. Physiker und Bürgerrechtler, in einem Interview (2002)


"Zunächst einmal muss man zwei Weisen des Eigentums unterscheiden: Eigentum als Ertrag eigener Arbeit und Eigen- tum, das es gestattet, allein aus dem Eigentum weiteres Eigentum zu gewinnen: also Vermögen... Dieses Vermögen ist von der Art, dass allein aus dem Vermögen weiteres Eigentum wirdsiehe auch Peter Kafka. Und wenn man sich selbst auf Grund eines Ver- mögens bereichert, das nur noch dazu da ist, sich selbst zu vermehren, ist solches Eigentum ungerecht. Ein solches Eigentum wird auch von der Bibel als ungerecht bezeichnet. Schon im 5. Buch Mose, aber auch im 3. Buch Mose wird gesagt, dass ein solches sich selbst vermehrendes Eigentum in regelmäßigen Abständen zur Herstellung von Gerech- tigkeit zurückverteilt werden muss. Dies muss enttabuisiert werden. Hier muss unterschieden werden zwischen dem gerechten Eigentum als Ertrag eigener Arbeit und dem ungerechten Eigentum. Die zweite Art des Eigentums muss dem Gemeinwohl unterworfen werden."

Hans-Jürgen Fischbeck (*1938), dt. Physiker und Bürgerrechtler, in einem Interview (2002)
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"Wir müssen eine volkswirtschaftlich effiziente Wirtschaftsweise verwirklichen, welche richtig rechnet und sich nicht mit betriebswirtschaftlichen Erfolgen begnügt. In einer freien, aber auch verantworteten Marktwirtschaft müssen sich alle Kosten eines Produkts in seinem Preis niederschlagen — also auch die Folgekosten.siehe auch Hans Christoph Binswanger Die betriebswirtschaftlichen Gewinne einer Unternehmung garantieren nicht, dass ihre Tätigkeit auch in volkswirtschaftlicher Sicht von Nutzen für die Allgemeinheit ist! Richtig rechnen ist eine Aufgabe ökonomisch-juristischer Art. Der heute betriebene Selbstbetrug ist ein Anreiz zu volkswirtschaftlich schädlichemsiehe auch Jakob von Uexküll Verhalten. Als Ausrede werden gern die Schwierigkeiten bei der präzisen Er- mittlung der externen Kosten angeführt. Das heißt aber nur, dass lieber 'sicher falsch' als 'unsicher richtig' gerechnet wird!"

Pierre Fornallaz (*1924), Professor an der ETH Zürich a.D. und Begründer des Ökozentrums Langenbruck (Schweiz), auf der Tagung "Zukunftsfähige Wirtschaft" der INWO Schweiz, der Erklärung von Bern und der Grünen Partei der Schweiz (15., 16. September 1995 in
Bern)
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"...noch erhielt das Gesinde 1652 in Schlesien zweimal in der Woche Fleisch, noch in unserem Jahrhundert hat es ebendort Kreise gegeben, wo sie es nur dreimal im Jahr erhielten. Auch der Taglohn war nach dem [dreißigjährigen] Krieg höher als in den folgenden Jahrhunderten."

Gustav Freytag (*1816, †1895), dt. Schriftsteller
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"Da im Allgemeinen die Gewerkschaften ihre stärkste Position in sowieso gut bezahlten Gruppen von Arbeitnehmern haben, war die Auswirkung ihrer Aktivität, dass gut bezahlte Arbeiter noch höher bezahlt wurden, was zu Lasten der Arbeiter mit geringeren Einkommen ging."

Milton Friedman (*1912), US-amerikan. Ökonom, in "Kapitalismus und Freiheit" (1962)
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"Damit die Globalisierung funktioniert, dürfen die Vereinigten Staaten nicht zögern, als die unbesiegbare Weltsuper- macht zu agieren, die sie sind. Die unsichtbare Hand des Marktes funktioniert nicht ohne die sichtbare Faustsiehe auch Robert Bowman. McDo- naldssiehe auch Harald Schmidt kann nicht prosperieren ohne McDonnel-Douglas, dem Fabrikanten der Kampfflieger F-15. Die sichtbare Faust sichert auf der ganzen Welt den Sieg der Technologieprodukte aus dem Silicon Valley. Diese Faust sind die Landstreit- kräfte, die Marine, die Luftwaffe und das Marine-Corps der Vereinigten Staaten."

Thomas L. Friedman (*1953), US-amerikan. Journalist, Politik-Berater und Kolumnist der New York Times, Pulitzer-Preis 2002, in der Wochenendausgabe der New York Times (28. März 1999)
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"Funktionales Eigentum ist ein existenzielles und aktuelles Bedürfnis des Menschen; institutionalisiertes Eigentum hin-gegen befriedigt ein pathologisches Bedürfnis."

Erich Fromm (*1900, †1980), dt.-amerikan. Psychoanalytiker


"In einer Gesellschaft, in der das oberste Ziel ist, zu haben und immer mehr zu haben,... wie kann es da eine Alternative zwischen Haben und Sein geben? Es scheint im Gegenteil so, als bestehe das eigentliche Wesen des Seins im Haben, so dass nichts ist, wer nichts hat."

Erich Fromm (*1900, †1980), dt.-amerikan. Psychoanalytiker, in "Haben oder Sein" (1976)
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"In den letzten Jahren versagte eine Management-Theorie nach der anderen. Übrig geblieben ist nur noch eine, die gar keine ist: Wachstumsiehe auch Heiner Müllersiehe auch Konrad Lorenz. Aber das würde ja eine ewig geometrische Progression bedeuten... Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Ressourcen ist in der westlichen Welt heute hundertmal größer als noch vor Beginn der industriellen Revolution. In derselben Zeit wuchs die Bevölkerung um das Zehnfache. Setzt man diese Expansionskurven zueinander in Beziehung, so erhält man eine tausendfache Steigerung an Wachstum, Umweltverschmutzung, Müll, Zerstörung. Rechnet man diese Zahlen in die Zukunft hoch und weiteres Wachstum der Weltbevölkerung mit ein, dann sieht man ein Horror-Szenariosiehe auch Hans A. Pestalozzi."

Michael Fromm (*1955), dt. Unternehmensberater und stellv. Vors. der dt. Sektion der International Coach Federation (ICF), in einem Interview (2003)
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E F G H I

"Das Saysche Theorem ist nicht unangreifbar. Einkommen muss nicht notwendigerweise ausgegeben oder investiert werden; in Zeiten der Unsicherheit und Zweifel an der Zukunft wird es bar oder bei Banken gehortet, und die Banken können aus Angst oder wegen notleidender Kredite übervorsichtig sein und kein Geld verleihen. Oder es mangelt an hinreichend solventen Kreditnehmern. Auch die Preise passen sich nicht notwendig an die gesunkene Nachfrage an. Unter modernen wirtschaftlichen Bedingungen sind die Preise nur begrenzt elastisch oder stabil, gleiches gilt für die Löhne... Ist das persönliche Einkommen ungleich verteilt, wie es dies damals war (und heute noch ist), kann das Saysche Theorem weiter unter Druck geraten durch starke ungenutzte Kaufkraft, die den glücklichen Menschen zuwächst, die nicht darauf angewiesen sind, Geld auszugeben oder zu investieren...siehe auch Kasimir Malewitsch Der Glaube, dass es eine automatische Rückkehr zu hoher oder völliger Kapazitätsauslastung und Vollbeschäftigung gibt, hängt an Wunschdenken, Hoffnungen und Beteuerungen der Politik, nicht an der Wirtschaftswirklichkeit. Die dreißiger Jahre waren ein jahrzehntelanger Beweis für das Unterbeschäftigungs-Gleichgewicht."

John Kenneth Galbraith, (*1908), US-amerikan. Ökonom, in "Die Geschichte der Wirtschaft im 20. Jahrhundert. Ein Augenzeuge berichtet" (1995)
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"Das erzähle ich immer den Studenten; die staunen dann und wissen gar nicht, was sie dazu sagen sollen: Wir beide sind jetzt auf dem Mars und gründen da eine Kolonie. Sie sind der Vertreter der Marsbewohner, und ich bin der Banker; denn wir wissen, dass wir eine Geldwirtschaft brauchen. Und nun sagen Sie: Ich brauche 100 Geldeinheiten. Dann sage ich: Schön, ich gebe Ihnen einen Kredit, und dann haben Sie diese 100 Geldeinheiten zur Verfügung. Da ich ein bescheidener Banker bin, verlange ich nur 3% Zinsen. Ich frage Sie: Können Sie nach einem Jahr, das sei die Laufzeit des Kredits, das Geld zurückzahlen, und zwar so, dass Sie die gesamte Schuld getilgt haben? Die Antwort lautet: Nein, das können Sie nicht. Warum? Es existieren nur 100 Geldeinheiten, Sie müssen aber 103 zurückzahlen.siehe auch Bernard A. Lietaer Und um diese 3 zurückzuzahlen, brauchen Sie einen zusätzlichen Kredit, damit diese 3 überhaupt entstehen. Das bringt den Zinseszins-Mechanismussiehe auch Josef Hüwe in Gang!"

Wolfgang Gebauer (*1942), dt. Geldtheoretiker, Professor an der Universität Frankfurt/Main, vorher u.a. bei der Deutschen Bundesbank
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"In der globalen Wirtschaft gelten inzwischen Regeln, die an die Anfänge des Kapitalismus erinnern."

Heiner Geißler (*1930), dt. Politiker, in der WELT (20. August 2001)
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"Moderne Hungersnötesiehe auch Franz Alt ergeben sich wesentlich stärker aus Kräften des Marktes als aus einer absoluten Knappheit und treffen selten die Wohlhabenden.siehe auch Norbert Suchanek Während der großen Hungersnot in Irland von 1846/7, die annähernd eine Million Menschenleben forderte, exportierten Großgrundbesitzer regelmäßig Nahrungsmittel nach Britannien, während überall um sie herum arme Bauern tot umfielen."

Susan George (*1934), US-amerikanische Sozial- und Politikwissenschaftlerin, Vizepräsidentin von ATTAC-Frankreich, in "Der Lugano-Report" (2001)
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"Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz des Rufes der Millionen: 'Nie wieder Krieg', entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muss ich sagen: Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaftsiehe auch Karl Barth, beibehalten wird, so wage ich es, heute schon zu behaupten, dass es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Kriegsiehe auch Tenzin Gyatso stehen."

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, in einem Leserbrief an eine Berliner Zeitung (1918)


"Unsere Hochschullehrer, deren Veröffentlichungen immer wenigstens von Studenten und staatlichen Büchereien gekauft werden, mögen für ihre Bücher auch willige Verleger finden, doch steht einer günstigen Entwicklung dieses hauptsächlich der Schule dienenden Schrifttums der Satz im Wege, dass Hadersachen von der Schule ferngehalten werden müssen. So dürfen diese Schriften aus Rücksicht auf ihre Bestimmung niemals tiefer in das Wesen des Geldes eindringen."

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, in "Die Natürliche Wirtschaftsordnung" (1916)
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"Wollen wir nicht begreifen, dass der Terror nicht nur eine bösartige, sondern auch eine verzweifelte Antwortsiehe auch Robert Bowman auf die Aufteilung der Welt in Arm und Reich, in Sklaven und Herrscher ist?"

Gabriele Gillen, dt. Journalistin, in dem WDR-Radio-Essay "Der Preis der Lüge — oder: Die Schatten der Geschichte" (14. Sept. 2001)
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"Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr als das kapitalistische Gewinn- und Machtstrebensiehe auch Thomas L. Friedman, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein... Die neue Struktur der deutschen Wirtschaft muss davon ausgehen, dass die Zeit der unumschränkten Herrschaft des privaten Kapitalismus vorbei ist. Es muss aber ebenso vermieden werden, dass der private Kapitalismus durch den Staatskapitalismussiehe auch Michael Ende ersetzt wird, der noch gefährlicher für die politische und wirt- schaftliche Freiheit des einzelnen sein würde. Es muss eine neue Struktur der Wirtschaft gesucht werden, die die Mängelsiehe auch Klaus Popp der Vergangenheit vermeidet, und die Möglichkeit zu technischem Fortschritt und zur schöpferischen Initiative des einzelnen lässt..."

Klaus Gotto, in "Das Ahlener Programm der CDU der britischen Zone" (3. Febr. 1947)
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"Aber was ist von einem mehrheitlich aus Lobbyisten zusammengesetzten Bundestag und Bundesrat als Gesetzgeber zu erwarten? Dieser Gesetzgeber hat es versäumt, ein gerechtes und stabiles Geldsystem zu etablieren, nämlich ein Geld- system, in dem das Volk insgesamt, aber nicht nur ein Teil des Volkes, nämlich die Banken (Zentralbank und Geschäfts- banken), der Eigentümersiehe auch Karl Marxsiehe auch Thomas Jefferson des Geldes ist!"

Eckhard Grimmel (*1941), dt. Geologe und Autor, anlässlich seiner Ehrung "Wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkungen von Personen mit Zivilcourage" (2001)
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"Ich bin nicht davon überzeugt, dass die meisten Kriege religiös motiviert sind. Religion wird in der Politik oft instru- mentalisiert und missbraucht. Die wahren Kriegsgründe sind meist ökonomischsiehe auch Thomas L. Friedman und machtpolitisch. Oft geht es auch um Ressourcen und Rohstoffe."

Tenzin Gyatso (*1935), der 14. Dalai Lama, in einem Gespräch mit Franz Altsiehe dort (2003)
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F G H I J

"Zwischen Kapitalismus und Demokratie besteht ein unauflöslichessiehe auch Hans-Jürgen Fischbeck Spannungsverhältnis; mit beiden konkurrieren nämlich zwei entgegengesetzte Prinzipien der gesellschaftlichen Integration um den Vorrang."

Jürgen Habermas (*1929), dt. Philosoph und Soziologe, in "Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft" (1981)
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"Die spätbürgerliche Jurisprudenz basiert auf den Prinzipien des Ablasshandelssiehe auch Eugen Drewermann. Es hat den Anschein, als könne man sich mit Geld freikaufen. Ein komplexes Regelwerk reglementiert das gesellschaftliche Leben und spiegelt ein moralisches System wieder, in dem sich gleichzeitig die (finanziellen) Möglichkeiten der 'Erlösung' wiederfinden... Kindheit und Jugendphase (Erziehung), Schaffensphase (Geld verdienen, 'Vorsorge') und Rentenphase ('man hat es geschafft'). Das Leben ist also, solange die Arbeit als Befreiungsgötze behandelt wird, ein Leben auf das Rentnerdasein hin, in dem man dann die 'Früchte seiner Arbeit' genießen kann. Ein derartiges Lebenskonzept ist an sich widersprüchlich und verhindert die Fülle der Gegenwart."

Uwe Habricht (*1966), dt. Soziologe und Publizist
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"Am Anfang schreit ein unberührter Mensch, der wächst und wächst, doch nicht lange bleibt die Kinderweltsiehe auch André Erlen und Judith Wilske nur Ding- welt. Schnell wird sie Markenwelt. Die 12- bis 18-jährigen kennen heute schon mehr als 130 Modemarken und -ketten, hat die Studie Bravo Faktor Jugend ermittelt. So ausgereift wird jeder Heranwachsende zum Konsumenten — und damit zum Ziel allen Wirtschaftens. Zum Objekt. Zum Schicksalsbringer für jedes Unternehmen. Und er wird von Jahr zu Jahr wertvoller. Weil die Zahl der Konsumenten wegen der demographischen Entwicklung schrumpft wie nie zuvor, ist es für alle Unternehmen eine Frage des Überlebens, weniger Kindern mehr zu verkaufen. Marketingmanager dürfen nicht zimperlich sein. Also geben sie Milliarden Euro aus, um sich im kindlichen Bewusstsein festzusetzen — wer Böses dabei denkt, könnte es Verführung Minderjähriger und kollektiven Geschmacksdrillsiehe auch Clyde R. Miller nennen. Deshalb verschweigen Ferrero und Haribo, Kraft Foods und andere auch lieber, wie viel sie für Kinderwerbung ausgeben."

Götz Hamann, in DIE ZEIT (19. Mai 2004)
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"Unsere Zinseszinsgepflogenheit ist daher auch nur ein Glauben und nicht das rationale System schlechthin, als das es doch weltweit ge- und behandelt wird. Es mag sich lohnen, diesem Mythos vom Geld auf der Spur zu bleiben."

Heinrich Haußmann (*1947), Sozialwirt, Gründer des Nürnberger Tauschrings "gib und nimm"
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"Betrachtet man den Begriff des Werts, so wird die Sache selbst nur als ein Zeichen angesehn und sie gilt nicht als sie selber, sondern als was sie wert ist."

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (*1770, †1831), dt. Philosoph, in "Grundlinien der Philosophie des Rechts"
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"Besteht nun die heutige Religion in der Geldwerdung Gottes oder in der Gottwerdung des Geldes?"

Heinrich Heine (*1797, †1856), dt. Schriftsteller


Lazarus — I. Weltlauf

Hat man viel, so wird man bald
Noch viel mehr dazu bekommen.
Wer nur wenig hat, dem wird
Auch das wenige genommen.

Wenn du aber gar nichts hast,
Ach, so lasse dich begraben —
Denn ein Recht zum Leben, Lump,
haben nur, die etwas haben.

Heinrich Heine (*1797, †1856), dt. Schriftsteller, in dem Band "Romanzero" (1851), siehe auch Lukas 19,26siehe dort
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"Dem Zinseinkommen liegt zu seiner scheinbaren Rechtfertigung die Fiktion vom selbst arbeitendensiehe auch Otto Schily, daher auch Vergütung verdienenden Geld zugrunde."

Johannes Heinrichs (*1942), dt. Philosoph und Professor für Agrar-Kultur und Sozialökologie a.D., in einem Brief an Franz Altsiehe dort (2001)
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"Wir (die Notenbanken) sind völlig abhängig von den Geschäftsbanken. Jeder Dollar der umläuft, sei es als Bargeld oder Buchgeld, muss von jemandem geborgt sein. Wenn die Banken reichlich Geld aus dem Nichts erzeugen, geht es uns gut, wenn nicht, verhungern wir. Es gibt nicht so etwas wie ein dauerhaftessiehe auch Eckhard Grimmel Geldsystem. Wenn man das erst einmal wirklich verstanden hat, erscheint das Absurde dieser hoffnungslosen Situation fast unglaublich, aber so ist es. Es ist wohl der wichtigste Sachverhalt, über den intelligente Menschen sich jetzt klar werden und nachdenken müssen. Es ist so wichtig, dass ein Zusammenbruch unserer gegenwärtigen Zivilisation auf dem Spiel steht, wenn es nicht allgemein verstanden wird und die Fehler rasch korrigiert werden."

Robert H. Hemphill, Credit Manager der Federal Reserve Bank, Atlanta
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"Wer auf Zinsen gibt und einen Aufschlag nimmt — sollte der am Leben bleiben? Er soll nicht leben, sondern, weil er alle diese Greuel getan hat, soll er des Todes sterben; seine Blutschuld komme über ihn."

Bibel, Hesekiel 18,13
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"...aber ich denke, Regionalisierung ist ganz wichtig. Das Leben passiert nicht global, sondern in der Region und für die Region. Da muss man sich überlegen, wie man mit den Problemen fertig wird, wie man Leben gestaltet. Also praktisch: regionale Entwürfesiehe auch Hans Diefenbacher für wirtschaftliche Zusammenarbeit."

Regine Hildebrandt (*1941, †2001), dt. Politikerin, in einem Interview "Die Musike passiert in der Region" in der Zeitschrift Contraste (Nr. 190/191, 2000)
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"Arbeit, der ausschließliche Maßstab des Wertes... die Schöpferin allen Reichtums, ist keine Ware."

Thomas Hodgskin (*1787, †1869), engl. Ökonom, in "Popular Political Economy" [dt.: "Volkstümliche politische Ökonomie"] (1827)
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"Der Mensch als ganzes Wesen kommt in der herrschenden Ökonomie nicht vor. In ihr herrscht der homo oeconomicus, dessen Haupteigenschaft es ist, privaten Nutzen und Gewinn zu maximieren."

Elisabeth Hollerbach, Mitbegründerin LETS-Tauschring München
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"Die Medien... bleiben im Allgemeinen bei vordergründigensiehe auch Silvio Gesell Analysen wirtschaftlicher Hintergründe stecken. Mit dem Profitstreben von Unternehmen ist aber die Systemproblematiksiehe auch Bernard A. Lietaer nicht angesprochen: Der 'Zwang' zu weiteren Ver- schuldungen (des Staates), wozu Unternehmen und die privaten Haushalte aufgrund ihrer bereits hohen Schulden- und Zinslasten immer weniger Spielraum haben.v.a. in den USA Der Staat springt ein, um das Schuldenwachstum aufrechtzuerhalten. Dadurch erst bekommen Unternehmen ihre Gewinnchancen. Auf wachsende Staatsverschuldung ist ein Wirtschafts- system mit ständig positiven Zinsen... letztlich angewiesen. Wenn die Verschuldungskette reißt, wenn sich nicht genügend Nachschuldner einfinden, können Unternehmen ihre Produkte nicht in ausreichender Menge oder nicht zu Preisen absetzen, die auch das Geld für die Schulden und Kreditzinsen hereinbringen. Die wirtschaftliche Entwicklung mündet dann in eine Rezession oder am Ende gar in eine Deflation."

Josef Hüwe (*1938), Volkswirt
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H I J K L

"Wenn das amerikanische Volk jemals erlauben wird, dass die Herausgabe ihrer Währung von den Banken kontrolliert wird, werden die Banken und die Geschäfte, welche um sie herum entstehen, erst durch Inflationsiehe auch Walter Slotosch und dann durch Deflationsiehe auch Egon W. Kreutzer das Eigentum der Menschen an sich reißen, und ihre Kinder werden obdachlos im Kontinent aufwachsen, welcher von ihren Vätern erobert wurde. Die Fähigkeit zur Geldschöpfung sollte den Banken genommen werden und wieder rechtmäßig an den Kongress und das Volk zurückfallen.siehe auch Eckhard Grimmel Ich glaube fest daran, dass ein Bankensystem, welchem das Recht auf Geldschöpfung eingeräumt wird, eine größere Gefahr für die Freiheit ist als eine stehende Armee.

Thomas Jefferson (*1743, †1826), Verfasser der Unabhängigkeitserklärung von 1776, Gründer der Demokratischen Partei und 1. Präsident der USA
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I J K L M

Hymnus auf die Bankiers

Der kann sich freuen, der die nicht kennt!
Ihr fragt noch immer: Wen?
Sie borgen sich Geld für fünf Prozent
und leihen es weiter zu zehn.

Sie haben noch nie mit der Wimper gezuckt,
Ihr Herz stand noch niemals still.
Die Differenzen sind ihr Produkt.
(Das kann man verstehn, wie man will.)

Ihr Appetit ist bodenlos.
Sie fressen Gott und die Welt.
Sie säen nicht. Sie ernten bloß.
Und schwängern ihr eignes Geld.

Sie sind die Hexer in Person
und zaubernsiehe auch Hans Christoph Binswanger aus hohler Hand.
Sie machen Gold am Telefon
und Petroleum aus Sand.

Das Geld wird flüssig. Das Geld wird knappsiehe auch Erhard Eppler.
Sie machen das ganz nach Bedarf.
Und schneiden den andern die Hälse ab.
Papier ist manchmal scharf.

Sie glauben den Regeln der Regeldetrie
und glauben nicht recht an Gott.
Sie haben nur eine Sympathie.
Sie lieben das Geld. Und das Geld liebt sie.
(Doch einmal macht jeder Bankrott!)

Erich Kästner (*1899, †1974), dt. Schriftsteller, Gedicht ca. 1930 entstanden
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"Härter müssen wir arbeiten, denn wir stehen im globalen Wettbewerb! Was ist das? Eine Art Weltkrieg möchte man meinen, wenn man die Heerführer von schlagkräftigem Projektmanagement und Durchbruchsstrategien reden hört. Was ist eigentlich das Ziel des Rennens? Wohin will alle Welt, die da Runde um Runde im globalen Stadion läuft? Niemand kann ein Ziel nennen. Es gibt gar keines! Nur schnellersiehe auch Fritz Reheis muss das Rennen werden! Wer im Wettbewerb nicht vorn ist, geht unter, heißt es. Und doch im gleichen Atemzug: Wir brauchen mehr Wettbewerb!"

Peter Kafka (*1933, †2000), dt. Physiker (Max-Planck-Institut), Kernkraftkritiker und Autor, in einer Rede auf einem Symposium des Hessischen Kultusministeriums


"Einkommen aus Eigentum — zum Erwerb von noch mehr Eigentumsiehe auch Hans-Jürgen Fischbeck. Diese uralte Grundidee der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist nicht weiterhin lebensfähig! Die gängigen Wirtschaftstheorien haben offenbar entweder gar keine oder falsche Vorstellungen über die Wertschöpfung. Was produziert wird und einen Käufer findet, ist ein 'Gut'. Güter können nicht schlecht sein. Und ihr Wert ist definiert durch den Preis... Obwohl inzwischen sogar schon das Statistische Bundesamt sich bemüht auszurechnen, welcher Anteil des Bruttosozialprodukts eigentlich nicht positiv, sondern negativ zu zählen wäre, wird doch dieses Sozialprodukt weiterhin als 'Wertschöpfung' betrachtet und definiert deshalb das 'Wachstumsziel' der Gesellschaft. Ist der Gebrauch des Wortes 'Wertschöpfung'siehe auch Hans Christoph Binswanger eine sprachliche Nachlässigkeit oder Ausdruck einer tief verwurzelten Geisteskrankheit...?"

Peter Kafka (*1933, †2000), dt. Physiker (Max-Planck-Institut), Kernkraftkritiker und Autor, in "Gegen den Untergang — Schöpfungsprinzip und globale Beschleunigungskrise" (1994)
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"Die Vorstellung, dass Verbraucher verbrauchen, das heißt, dass sie durch Gebrauch aufzehren, was Landwirtschaft und Industrie erzeugen, weist den Investitionen der Unternehmer die beherrschende Rolle in der Wirtschaftspolitik zu, dem Verbraucher hingegen eine Funktion zweiten Ranges. Wohl hat man den Konsumenten stets mit Worten gelobt, im 19. Jahrhundert nannte man ihn einen König, und der Spruch, das Ziel der Erzeugung sei der Verbrauch, ist so alt wie die Volkswirtschaftslehre selbst. Die traditionelle Wirtschaftsanalyse ging jedoch nicht davon aus, dass die Bedürfnisse des Verbrauchers und die Nachfrage, die er ausübt, zu den bedeutungsvollsten Faktoren zählten."

George Katona (*1901, †1981), US-amerikanischer Ökonom, in "Der Massenkonsum. Eine Psychologie der neuen Käuferschichten" (1965)
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"Wenn eine Gesellschaft den vielen, die arm sind, nicht helfen kann, kann sie auch die wenigen nicht retten, die reich sind."

John Fitzgerald Kennedy (*1917, †1963), 35. Präsident der USA (Demokrat)
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"Die Arche Noah wurde von einem Laien gebaut. Die Titanic von Experten."

Margrit Kennedy (*1939), Professorin für Architektur a.D., internationale Vortrags- und Beratungstätigkeit zum Thema Ökologie und Regionalwährungen
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"Etliche der Söldner hatten sich schon in dem Graben verschanzt, und sie schossen wie wild zurück, auf etwas, das nicht zu existieren schien. Aber der Kugelhagel über unseren Köpfen war eindeutig tödlich... Und ich dachte daran, was in diesem Moment wohl gerade in New York geschah und ob diese Leute meinten, dass ich etwas Lohnendes tat, während sie sich bei Schrafft's noch einen Eisbecher holten oder während irgendein fetter alter Mann, der in den vergangenen Monaten noch eine Million mit Rüstungsaufträgensiehe auch Ocean Colour Scene verdient hatte, ein weiteres 100-Dollar-Callgirl von seinem Spesen- konto bezahlte."

John Kerry (*1943), US-amerik. Politiker, Präsidentschaftskandidat, in seinen Tagebuchaufzeichnungen während des Vietnamkrieges, veröff. in Douglas Brinkley: "Tour of Duty: John Kerry and the Vietnam War" (2004), hier zit. nach DIE ZEIT (15. April 2004)
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"Die hervorstechenden Fehler der wirtschaftlichen Gemeinschaft, in der wir leben, sind ihr Versagen, für Vollbeschäf- tigungsiehe auch Helmut Creutz Vorkehrung zu treffen und ihre willkürliche und unbillige Verteilung des Reichtums und der Einkommen.siehe auch John Kenneth Galbraith"

John Maynard Keynes (*1883, †1946), brit. Ökonom, in "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" (1936)


"Ich unterstütze all jene, die wirtschaftliche Verwicklungen zwischen den Nationen vermindern, statt sie zu maximieren. Ideen, Wissen, Gastfreundschaft, Reisen, alle diese Dinge sollten ihrer Natur gemäß international sein. Aber Waren soll- ten einheimischsiehe auch Bernard A. Lietaer sein, wann immer das vernünftig und einfach möglich ist. Und vor allem muss das Finanzwesen national bleiben."

John Maynard Keynes (*1883, †1946), brit. Ökonom
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"Bei der Globalisierungsiehe auch Siegfried Broß sollte es eigentlich um globale Offenheit und Integration gehen, doch unsere Gesellschaften werden immer verschlossener und sind strenger bewacht denn je, sie benötigen immer mehr Sicherheit und militärische Macht, nur um den ungerechten Status Quo zu wahren. Die Globalisierung sollte eigentlich auch ein neues System der Gleichheit unter den Staaten bringen. Wir sollten zusammenkommen und uns einigen, nach den gleichen Regeln zu leben, hieß es. Aber es zeigt sich deutlicher als je zuvor, dass die Global Players die Regelnsiehe auch Helmut Maucher bestimmen und durchsetzen. Allzu oft setzen sie die Regeln überall durch, außer bei sich selbst..."

Naomi Klein (*1970), kanad. Autorin (Bestseller "No Logo") und Journalistin (The Nation, The New Statesman, Newsweek International, New York Times, Village Voice, The Globe, The Guardian) in "Über Zäune und Mauern — Berichte von der Globalisierungsfront" (2003)
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"Augen zu und durch — das klappt prima in dem Land, das so viele Deutsche oft unkritisch als Vorbild feiern. Wer wäre schon so anmaßend zu behaupten, dass Uncle Sam vorm Offenbarungseid steht? Jagadeesh Gokhale und Kent Smetters. Weder zwei gesuchte Terroristen noch überzeugte Freistaatler. Smetters, unlängst für die Wirtschaftspolitik im Finanz- ministerium mitverantwortlich, und Gokhale, nun für die Notenbank von Cleveland tätig, analysieren und kalkulieren im Auftrag Washingtons... Das Ausmaß der zukünftigen Staatsverpflichtungen war in Worte nicht zu fassen. Der Begriff 'finanzielles Ungleichgewicht' musste ins Leben gerufen werden."

Markus Koch (*1971), Börsenkorrespondent an der Wall Street für n-tv und Autor, in der Zeitschrift Humanwirtschaft (6/2003)
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"Wer Geld gegen Zins verleiht, soll dastehen wie einer, der vom Satan erfasst ist."

Koran, 2. Sure
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"Oft stellen mir Kollegen lächelnd die Frage, was ich mit dem 'vielen' Geld tue, wenn sie meine Honorare für verschiedene Aktivitäten erfahren. Seltsamerweise fragt mich niemand, was ich mit dem Geld aus einer glücklichen Spekulation mache, wo ich doch das Zehnfache gewinne (aber nicht verdiene). Durch Arbeit verdientes Geld kommt ihnen besonders seltsam vor."

André Kostolany (*1906, †1999), ungarisch-amerikanischer Journalist und berühmter Börsenspekulant


"Das große Geld, auch in der Tasche eines Dummkopfes, will zur Geltung kommen und Anerkennung haben. Und die Macht des Geldessiehe auch Joseph Beuys ist groß."

André Kostolany (*1906, †1999), ungarisch-amerikanischer Journalist und berühmter Börsenspekulant
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"Mit der Einführung des Euros, noch mehr mit den Verschuldungskriterien von Maastricht, mit den restriktiven Kredit- vergaberegeln von Basel IIsiehe auch Gustav Ruhland und der immer gnadenloseren Öffnung und Deregulierung des Welthandels wurde die Einladung an das Kapital ausgesprochen, doch zur Abwechslung, nach fast 75 Jahren, wieder einmal auf Deflationsiehe auch Thomas Jefferson zu setzen. Das Kapital hat die Einladung angenommen! Wir dürfen nicht vergessen, dass auch in Deutschland ein giganti- scher Schuldenberg existiert, der sich breit über Konsumenten, Häuslebauer und Unternehmen, über die Gemeinden, die Länder und den Bund verteilt. Ein Schuldenberg, der uns mit Tilgungs- und Zinslasten immer mehr erdrückt. Wir dürfen aber erst recht nicht vergessen, dass diesen Schulden auch entsprechende Guthaben gegenüberstehen, die sich jedoch ganz anders verteilen. Der weitaus überwiegende Teil des Geldvermögens ist in wenigen Händen konzentriert.siehe auch John Maynard Keynes In Deutschland gibt es nur eine kleine Zahl von Gläubigern, denen eine Unzahl von Schuldnern Zinsen zahlt.siehe auch Helmut Creutz Diese wenigen Superreichen sind die Gewinner der Deflation."

Egon W. Kreutzer (*1949), dt. Unternehmensberater und Autor (2003)
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"Wirtschaftswissenschaftliche Fragen gehen die Menschen eben direkt an. Die Ökonomie ist — um mit John Maynard Key- nessiehe dort zu sprechen — 'von höchster Relevanz', und zwar in einer Weise, wie dies etwa bei der Literatur-, ja selbst der Geschichtswissenschaft nicht der Fall ist."

Paul Krugman (*1953), US-amerikan. Wirtschaftswissenschaftler (Massachusetts Institute of Technology), John-Bates-Clark-Medaille 1991, in "Schmalspur-Ökonomie — Die 27 populärsten Irrtümer über Wirtschaft" (2002)
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"Wir sind, was uns treibt. Aber wer oder was ist das —?"

Hans Kudszus (*1901, †1977), dt. Aphoristiker, in "Jaworte, Neinworte. Aphorismen" (1970)
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"Die Absurdität dieser Weltmarktbeziehungen am Ende des 20. Jahrhunderts ist so offensichtlich, dass es als eine große und fast schon bewundernswerte Leistung gelten kann, sie gründlich zu verdrängen.siehe auch Markus Koch Die Ausweglosigkeit dieser Konstellation ist bis jetzt nirgendwo thematisiert oder auch nur wahrgenommen worden. Im Gegenteil, sämtliche 'Experten', nationale wie internationale Institutionen und Regierungen überbieten sich in Verheißungen, Prognosen und Hoffnungen, die von Monat zu Monat abenteuerlicher werden. Als hätte die gesamte Menschheit Halluzinogene eingenommen, wird allen Tatsachen zum Hohn das unheilbar kranke westliche Marktsystem, das lediglich als letzter Teil des globalen Gesamtsystems zusammenbrechen wird, weiterhin als Sieger ausgerufen, obwohl dieser 'Sieger' selbst schon blaue Lippen hat und dabei ist, torkelnd aus dem Ring der globalen Konkurrenzschlachtsiehe auch Peter Bosshard zu fallen. Es muss also wohl die dritte und letzte Schuldenkrise kommen, diejenige der westlichen Defizitökonomie selbst, die dann auch die letzten vermeintlichen Sieger Japan und BRD in den Abgrund reißen und eine Weltwirtschaftskrise bisher nicht gekannten Ausmaßes auslösen wird."

Robert Kurz (*1943), dt. Publizist und Journalist, in "Der Kollaps der Modernisierung" (1994)


"Es ist ein Hohn: Im glorreichen 19. Jahrhundert der Industrialisierung erreichte der Lebensstandard gerade einmal wieder das Niveau des hohen Mittelalters, ohne auch nur im entferntesten an dem spätmittelalterlichen Standard des 15. Jahrhunderts heranzukommen. Die gesamte Geschichte des Frühkapitalismus ist durch einen steilen Absturz des Lebensniveaus gekennzeichnet. Dabei haben wir es mit einem gerade zur ersten Weltmacht aufgestiegenen Land und mit einem bessergestellten Handwerker zu tun. Um wie viel tiefer muss der soziale Absturz infolge der Modernisierung für einfache Tagelöhner und für periphere Länder gewesen sein. Selbst heute noch liegt das Lebensniveau in vielen Ländern der Dritten Welt weit unter dem ihrer vorkolonialen und vorkapitalistischen Geschichtesiehe auch Vandana Shiva."

Robert Kurz (*1943), dt. Publizist und Journalist, in "Schwarzbuch Kapitalismus" (1999)
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J K L M N

"Die Nationalökonomen werden nicht müde, den Arbeitern zuzurufen: Arbeitet, damit der Nationalreichtum wachse! Und doch war es einer der ihrigen, Destutt de Tracy, der da sagte: ‚Die armen Nationen sind es, wo das Volk sich wohlbe- findet, bei den reichen Nationen ist es gewöhnlich arm'... Aber von ihrem eigenen Gekrächz betäubt und idiotisiert, erwidern die Ökonomen: 'Arbeitet, arbeitet, Proletarier, vermehrt den Nationalreichtum und damit euer persönliches Elend. Arbeitet, um, immer ärmer geworden, noch mehr Ursache zu haben, zu arbeiten und elend zu sein.'"

Paul Lafargue (*1842, †1911), franz. Sozialist, in "Recht auf Faulheit" (1883)
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"...die gesamten Gewinne, die an Aktionäre ausgeschüttet wurden, [waren] letztlich nicht getätigte Investitionen, die notwendig gewesen wären, um das Rohrnetz zu erhalten und zu sanieren und die Wasserwerke zu erneuern und so weiter. Man hat jetzt mit großen Leitungsverlusten zu kämpfen, man verliert dreißig bis vierzig Prozent des Wassers aus den Leitungen, viele Regionen haben in Trockenzeiten Schwierigkeiten, genügend Wasser an die Bevölkerung zu liefern, und notorisch ist der Fall von 'Yorkshire-Water', der in einem trockenen Jahr über Monate Hunderttausende von Menschen nur noch mit Tanklastern beliefern konnte."

Klaus Lanz (*1956), Leiter des Hamburger Fachinstituts "Water Affairs", über die Privatisierung der brit. Wasserwirtschaft
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"Ich bin für die Reprivatisierung des Innenlebens.siehe auch Fritz Reheis"

Stanisaw Jerzy Lec (*1909, †1966), poln. Aphoristiker, in "Myli nieuczesane nowe" [dt.: "Neue unfrisierte Gedanken"], übers. von Karl Dedecius (1966)


"Der Mensch hat noch einen Vorzug vor der Maschine — er ist imstande, sich selbst zu verkaufen."

Stanisaw Jerzy Lec (*1909, †1966), poln. Aphoristiker, in "Myli nieuczesane nowe" [dt.: "Neue unfrisierte Gedanken"], übers. von Karl Dedecius (1966)


"Autovertreter verkaufen Autos, Versicherungsvertreter Versicherungen. Und Volksvertreter?"

Stanisaw Jerzy Lec (*1909, †1966), poln. Aphoristiker, in "Spätlese unfrisierter Gedanken", übers. von Karl Dedecius (1976)
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"Der Markt ist etwas so Abstraktes, dass er mit den tatsächlichen Bedürfnissen nichts mehr zu tun hat. Darum hat die Volkswirtschaft geschickt den Begriff Bedarf eingeführt. Wenn jemand Hunger hat, aber kein Geld (keine Kaufkraft), muss für ihn auch nicht produziert werden, da ja der Bedarf fehlt. Begriffsdefinition Bedarf in der herkömmlichen Volkswirtschaftslehre: 'Wenn Bedürfnisse mit Kaufkraft befriedigt werden können, spricht man von Bedarf'."

Cora Leroy (*1966), Mitarbeiterin im Eine Welt Laden Neumarkt, in der Zeitschrift Humanwirtschaft (Mai/Juni 2004)
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"'Nein, ein gutes Land, aber eine schlechte Zeit', lautet die Antwort. Solange selbst die Arbeitslosen so denken, brauchen sich die Herren Amerikas trotz der Krise keine ernsten Sorgen zu machen... Dieses Fundament der amerikanischen Weltanschauungsiehe auch Richard Sennett ist durch die Krisennot bisher nicht erschüttert... Hunger ist Privatsache.."

Richard Levinsohn in "Die Welt aus den Fugen. Amerika in der Krise" (1932)
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"Wenn die Bank Geld schöpft, indem sie Ihnen einen Hypothekenkredit über 100.000 Euro zur Verfügung stellt, schafft sie mit dem Kredit nur das Ausgangskapital. Sie erwartet nämlich, dass Sie ihr im Laufe der nächsten, sagen wir einmal 20 Jahre, 200.000 Euro zurückbringen. Wenn Sie das nicht können, sind Sie Ihr Haus los. Die Bank schafft nicht die Zin- sen, sondern schickt Sie hinaus in die Welt in den Kampf gegen alle anderen, damit Sie am Schluss die zweiten 100.000 Euro mitbringen. Weil alle anderen Banken genau das Gleiche tun, verlangt das System, dass einige der Beteiligten bank- rott gehen, denn andererseits kommen Sie nicht zu den zweiten 100.000 Euro.siehe auch Wolfgang Gebauer Um es auf eine einfache Formel zu bringen: Wenn Sie der Bank Zinsen auf Ihr Darlehen zahlen, brauchen Sie das Ausgangskapital von jemand anderem auf."

Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Professor an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belgischen Zentralbank


"Wenn Ihre Bank Ihre Kreditwürdigkeit prüft, checkt Sie in Wirklichkeit, ob Sie in der Lage sind, mit den anderen Spie- lern zu konkurrieren und gegen sie zu gewinnen, d.h. aus Ihnen etwas herauszupressen, was gar nie geschaffen wurde. Zusammenfassend halten wir fest, dass das moderne Währungssystem uns dazu zwingtsiehe auch Josef Hüwe, uns kollektiv zu verschulden und mit anderen in der Gemeinschaft zu konkurrieren, damit wir die Mittel erhalten, die Austausch zwischen uns ermöglichen."

Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Professor an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belgischen Zentralbank


"Eine Komplementärwährung beruht auf dem Abkommen einer Gruppe von Menschen und/oder Unternehmen, eine neue Währung als Tauschmittel zu akzeptieren... Der Name Komplementärwährung soll zeigen, dass es dabei nicht darum geht, das alte Geld zu ersetzen. Die neuen Zahlungsmittel sollen die alten lediglich ergänzen. Die Komplementärwährun- gen können in vielerlei Hinsicht als eine Art Puffer dienen, wenn es der Wirtschaft mit den regulären Zahlungsmitteln mal wieder nicht so donnernd gut geht.siehe auch Heiner Müller Sie sind wunderbare Mittel auch für Menschen, ohne viel Geld zu einem gewissen Wohlstand zu kommen. Sie können zu nachhaltigem Wohlstand führen, d. h., sie bieten Menschen die Möglichkeit, nicht nur materiell, sondern auch emotional und spirituell zu wachsen und sich zu entfalten, ohne die Ressourcen der Zukunft aufs Spiel zu setzen. Damit schützen sie Umwelt und Ressourcen."

Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Professor an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belgischen Zentralbank, in "Die Welt des Geldes — Das Aufklärungsbuch" (2001)


"Insgesamt betrachtet sind Komplemetärwährungen nicht nur in sozialer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll. Durch sie können sich kleine Geschäfte vor Ort besser gegen die großen überregionalen Kettensiehe auch Vandana Shiva behaupten. Kleinen lokalen Unternehmen bereitet es keine Probleme, eine lokale Währung zu akzeptieren, denn sie können das 'Geld' wieder in der Gemeinde ausgeben — wie z.B. die kleinen Farmer, die zur Erntezeit Erntehelfer aus dem Ort einsetzen. Große Ketten haben dagegen Lieferanten, die normalerweise weit weg sind, und haben daher weniger Interesse an der Teilnahme an einem lokalen Währungssystem. In diesem Sinn tragen Komplementärwährungen auch dazu bei, die lokale Wirtschaftsiehe auch Regine Hildebrandt eigenständiger zu machen, ein bescheidenes, aber gesundes Gegengewicht zur unaufhaltsamen Globali- sierung der Wirtschaft."

Bernard A. Lietaer, belg. Geldtheoretiker, Professor an der Universität Berkeley/California, zuvor bei der belgischen Zentralbank, in "Das Geld der Zukunft — Über die destruktive Wirkung des existierenden Geldsystems und die Entwicklung von Komplemtärwährungen" (1999)
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"Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen... In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen... Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern,... bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist.siehe auch Thomas Jefferson"

Abraham Lincoln (*1809, †1865), 16. Präsident der USA (Republikaner)
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"Der Geist der Gesetze ist das Eigentum."

Simon Nicolas Henri Linguet (*1736, †1794), franz. Schriftsteller, in "Théorie des Lois Civiles ou Principes fondamentaux de la Société" [dt.: "Theorie der bürgerlichen Gesetze oder Grundprinzipien der Gesellschaft"] Band II (1767)
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"Der Slogan 'Wasser ist ein Menschenrecht' wird ständig wiederholt, wobei in diesem Konzert alle, auch die Wasser- konzerne, kräftig mitsingen. Das gewinnorientiertesiehe auch Klaus Lanz Handeln von Wirtschaftsunternehmen wird damit als die Erfüllung von Menschenrechten in die laufende Diskussion mit eingeflochten. Dann folgt auf leisen Sohlen das Verquicken des Milleniumszieles 2015 [Halbierung der Anzahl von Menschen ohne Zugang zu Wasser] mit einer 'Berechnung' des BMZ und der Weltbank: Die Kosten für die Wasserversorgung aller Menschen betragen jährlich 180 Milliarden US-Dollar. Die öffentlichen Haushalte haben nur 80 Milliarden US-Dollar. Die 'Konsequenz' daraus ist, dass für die Differenz von 100 Milliarden Dollar die Privatwirtschaft eingebunden werden 'muss'. Mit dieser Strategie soll erreicht werden, dass die Wasserkonzerne als unverzichtbare Akteure angesehen werden... das Argument, der Finanzbedarf erzwinge die Betei- ligung privater Unternehmen, [ist] nicht stichhaltig. Denn sie werden ihre Investitionen nur tätigen, wenn der Rückfluss ihrer eingesetzten Gelder zuzüglich entsprechender Gewinne gewährleistet ist. Vor allem aber können Wasserkonzerne keine langfristige Versorgungssicherheit zu vertretbaren Preisen gewährleisten, weil sie nach einem kurzfristigen Gewinnmaximierungsprinzip arbeiten, das einer zuverlässigen Erhaltungspflege der Wasservorkommen und Trinkwasser- gewinnungsanlagen entgegen steht."

Jens Loewe, Vorstandsmitglied des Network World Wide Projects (NWWP), in einem offenen Brief an Danuta Sacher (Brot für die Welt)

[vgl. hierzu: Zinsausgaben der öffentlichen Haushalte der BRD (2003): 67 Mrd. €siehe auch Helmut Creutz | Verteidigungsetat der USA (2004): 399 Mrd. $siehe auch Volker Michler]


"Die Weltbank hat mit ihren Maßnahmen viel Leid in die Welt gebracht. Ihre Strukturanpassungsprogramme haben als Bedingung für neue Kredite immer wieder die Privatisierung auch des Wassers erzwungen. Die Weltbank-Gruppe ist selbst an einigen Wasserprivatisierungsprojekten wirtschaftlich beteiligt. Die Weltbank macht keine 'Geschenke' an die Armen, sondern baut auf 'investment return'. Und: Die Weltbank wird von den reichsten Geldgeberländern gesteuert."

Jens Loewe, Vorstandsmitglied des Network World Wide Projects (NWWP), in einem offenen Brief an Danuta Sacher (Brot für die Welt)
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"Jetzt endlich habe ich erkannt, dass nicht das Wirtschaftswachstum den Zinseswahnsinn erzeugt, sondern dass der Zins die einzige wahre und wirkliche Ursachesiehe auch Dieter Burgmann dafür ist, dass die Welt dem Wahnsinn des ewigen Wachstumssiehe auch Michael Fromm verfallen ist."

Konrad Lorenz (*1903, †1989), österr. Verhaltensforscher, Medizin-Nobelpreis 1973
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"Wer Zins nimmt, wird mit dem Königsbann belegt, wer wiederholt Zins nimmt, wird aus der Kirchesiehe auch Johannes Ude ausgestoßen und soll vom Grafen gefangengesetzt werden."

Kaiser Lothar (*795, †855) im Jahr 825
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"Und ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat."

Bibel, Lukas 19,26, siehe auch Heinrich Heinesiehe dort
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"Und so man die Strassenräubersiehe auch Gregor von Nyssa, Mörder und Bevheder, redert und köpffet, wie viel mehr solt man alle Wucherer redern und edern... verjagen, verfluchen und köpffen."

Martin Luther (*1483, †1546), dt. Reformator und Bibelübersetzer, in "An die Pfarrherrn wider den Wucher zu predigen. Vermanung" (1540)


"Die Heiden haben können aus der Vernunft rechnen, daß ein Wucherer, sey ein vierfaltiger Dieb und Mörder. Wir Christen aber halten sie in solchen ehren, das wir sie schier anbeten umb ihres Geldes willen..."

Martin Luther (*1483, †1546), dt. Reformator u. Bibelübersetzer, "An die Pfarrherrn wider den Wucher zu predigen. Vermanung" (1540)
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"Die Fragestellung selbst ist also bei Marx die ganze Zeit schief gewesen. Es hat keinen ersichtlichen Zweck zu fragen: Wo kommt das Geld her, um den Mehrwert zu realisieren? Sondern die Frage muss lauten: Wo kommt die Nachfrage her, wo ist das zahlungsfähige Bedürfnis für den Mehrwert? War die Frage von Anfang an so gestellt, so hätte es nicht so langwieriger Umwege bedurft, um ihre Lösbarkeit respektive Unlösbarkeit klar hervortreten zu lassen... Es stimmt schon, dass genug Geld beschafft werden muss, um den kapitalisierten Mehrwert zu realisieren — wenn er überhaupt realisiert werden soll. Aber dieses Geld kann unmöglich aus der Tasche der Kapitalisten selbst kommen. Sie sind vielmehr gerade durch Annahme der Akkumulation Nichtabnehmer ihres Mehrwerts, auch wenn sie — abstrakt genommen — hierfür Geld genug in der Tasche hätten. Wer kann aber sonst die Nachfrage nach den Waren darstellen, in denen der kapitalisierte Mehrwert steckt?... Die Arbeiter können also den kapitalisierten Mehrwert noch weniger realisieren als die Kapitalisten- klasse. Aber irgend jemand muss ihn doch abkaufen, sollen die Kapitalisten das vorgeschossene akkumulierte Kapital immer wieder in die Hände kriegen. Und doch ist außer Kapitalisten und Arbeitern kein Abnehmer denkbar."

Rosa Luxemburg (*1870, †1919), dt. Politikerin, in "Die Akkumulation des Kapitals" (1913)

[Die Antwort auf diese Frage geben Wolfgang Gebauersiehe dort und Josef Hüwesiehe dort.]
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K L M N O

"Das Geld ist nichts als ein kleines Stück Faulheit. Je mehr man davon hat, desto ausgiebiger wird man die Glückseligkeit der Faulheit kennenlernen... Im Kapitalismus ist die Arbeit auf eine Weise organisiert, die den Zugang zur Faulheit nicht allen Menschen gleichermaßen ermöglicht: Genießen kann die Faulheitsiehe auch Jürgen Borchert nur, wer durch Kapital abgesichert ist. So hat sich die Klasse der Kapitalisten von dieser Arbeitsiehe auch Kurt Eisner befreit, von der sich die gesamte Menschheit befreien muss."

Kasimir Malewitsch (*1878, †1935), russ. Maler ("Schwarzes Quadrat auf weißem Grund"), in "Faulheit — eigentliche Wahrheit der Menschen" (1921)
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"Von hier aus lässt sich zeigen, dass Überfluss die Arbeitskräfte billig macht, sofern man die Armen gut im Griff hat; zwar sollte man sie nicht verhungern lassen, aber sie dürften auch nicht die Möglichkeit zum Sparen bekommen. Wenn hier und da einer aus der niedersten Klasse durch ungewöhnlichen Fleiß und Absparen vom Munde sich aus seinen ursprünglichen Lebensverhältnissen emporarbeitet, sollte ihn niemand daran hindern. Ja, es ist unleugbar der klügste Weg für alle Menschen einer Gesellschaft und jede private Familie, genügsam zu sein; aber es liegt im Interesse aller reichen Nationensiehe auch Antoine Louis Claude Destutt de Tracy, dass der größte Teil der Armen kaum jemals müßig ist und doch ständig ausgibt, was er einnimmt."

Bernard Mandeville (*1670, †1733), engl. Arzt und Aufklärer, in "Die Bienenfabel oder Private Laster als gesellschaftliche Vorteile" (1732)
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"Langfristig ist es von Vorteil, wenn Jobs aus den USA in Billigländer abwandern."

Gregory Mankiw (*1958), US-amerikan. Wirtschaftswissenschaftler und Berater von George W. Bushsiehe dort, während einer Pressekonferenz, zit. nach Rheinischer Merkur (26. Febr. 2004)
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"In dem kapitalistischen System steckt ein Rechenfehler. Die Kapitalisten können nicht rechnen. Das ist die ganze Wahr- heit. Wenn sie rechnensiehe auch Wolfgang Gebauer könnten, würden sie wissen, dass keine Wirtschaft andauernd Zins und Zinseszins zahlen kann."

Paul C. Martin (*1939), Autor und Wirtschaftsjournalist, in "Wann kommt der Staatsbankrott" (1982)
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"Die Staatsgläubiger geben in Wirklichkeit nichts, denn die geliehene Summe wird in öffentliche leicht übertragbare Schuldscheine verwandelt, die in ihren Händen fortfungieren ganz, als wären sie ebensoviel Bargeld."

Karl Marx (*1818, †1883), dt. Ökonom und Philosoph, in "Das Kapital" Band I (1867)


"Die Bank von England begann damit, der Regierung ihr Geld zu 8% zu verleihen; gleichzeitig war sie vom Parlament ermächtigt, aus demselben Kapital Geld zu münzen, indem sie es dem Publikum nochmals in Form von Banknoten lieh. Sie durfte mit diesen Noten Wechsel diskontieren, Waren beleihen und edle Metalle einkaufen. Es dauerte nicht lange, so wurde dies von ihr selbst fabrizierte Kreditgeld die Münze, worin die Bank von England dem Staat Anleihen machte und für Rechnung des Staates die Zinsen der öffentlichen Schuldsiehe auch Joseph Hüwe bezahlte. Nicht genug, dass sie mit einer Hand gab, um mit der andern mehr zurück zu empfangen; sie blieb auch, während sie empfing, ewige Gläubigerinsiehe auch Eckhard Grimmel der Nation bis zum letzten gegebenen Heller. Allmählich wurde sie der unvermeidliche Behälter der Metallschätze des Landes und das Gravitationszentrum des gesamten Handelskredits. Um dieselbe Zeit, wo man in England aufhörte Hexen zu verbrennen, fing man dort an, Banknotenfälscher zu hängen."

Karl Marx (*1818, †1883), dt. Ökonom und Philosoph, in "Das Kapital" Band I (1867)


"Im zinstragenden Kapital erreicht das Kapitalverhältnis seine äußerlichste und fetischartigste Form. Wir haben hier G—G', Geld, das mehr Geld erzeugt... Im zinstragenden Kapital ist daher dieser automatische Fetisch rein herausgearbeitet, der sich selbst verwertende Wert, Geld heckendes Geldsiehe auch Hans-Jürgen Fischbeck, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst... Während der Zins nur ein Teil des Profits ist, d.h. des Mehrwerts, den der fungierende Kapitalist dem Arbeiter auspresst, erscheint jetzt umgekehrt der Zins als die eigentliche Frucht des Kapitals, als das Ursprüngliche, und der Profit, nun in die Form des Unternehmergewinns verwandelt, als bloßes im Reproduktionsprozess hinzukommendes Accessorium und Zutat. Hier ist die Fetischgestalt des Kapitals und die Vorstellung vom Kapitalfetisch fertig. In G—G' haben wir die begriffslose Form des Kapitals, die Verkehrung und Versachlichung der Produktionsverhältnisse in der höchsten Potenz: zinstragende Gestalt, die einfache Gestalt des Kapitals, worin es seinem eignen Reproduktionsprozess vorausgesetzt ist; Fähigkeit des Geldes, resp. der Ware, ihren eignen Wert zu verwerten, unabhängig von der Reproduktion — die Kapitalmystifikationsiehe auch Hans Christoph Binswanger in der grellsten Form."

Karl Marx (*1818, †1883), dt. Ökonom und Philosoph, in "Das Kapital" Band III (1893)
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"Gen-Food ist das Essen der Zukunft. Wer in zehn Jahren Lebensmittel essen will, die nicht genmanipuliert sind, muss entweder verhungern oder sehr reich sein.siehe auch Norbert Suchanek"

Helmut Maucher (*1927), schweiz. Manager, ehem. Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats des Nestlé-Konzerns, Aufsichtsratsmitglied im Industrial Investment Council (IIC, Berlin) und Präsident des Council on European Responsibilities (COEUR, Paris), in der Zeitschrift Bunte (34/1997)


"... MAUCHER: Wir gehen nach Chinasiehe auch Stapleton, weil wir dort in den nächsten Jahren mit jährlich weit über zehn Prozent wachsen werden. In Amerika sind es vielleicht fünf, in Europa maximal noch zwei bis drei Prozent. Wenn ich heute in Europa meine Produktionskapazitäten ausweiten müsste, wäre Deutschland das letzte Land, das mir einfiele.
STERN: Warum?
MAUCHER: Weil das Gesamtpaket an Kostensiehe auch Pierre Fornallaz, vom Strom über die Umweltvorschriften, die Löhne, den Urlaub bis hin zu den langen Genehmigungsverfahren, am höchsten ist. Mittelfristig wird der Standort Deutschlandsiehe auch Erhard Eppler aber wieder interessanter. Es bewegt sich ja schon eine Menge bei den Lohnkosten und den Steuersätzen. Von daher sehe ich die Sache heute positiver als vor zwei Jahren und würde hier jetzt auch wieder langfristig investieren.
STERN: Massiver Sozialabbausiehe auch Michael Moore ist für Sie ein positives Signal?
MAUCHER: Wir haben mittlerweile, provozierend gesagt, einen gewissen Prozentsatz an Wohlstandsmüll in unserer Gesellschaft. Leute, die entweder keinen Antrieb haben zu arbeiten, halb krank oder müde sind, die das System einfach ausnutzen. Dass Sie mich richtig verstehen: Ich bin der Meinung, dass wir genügend Geld haben, diejenigen zu unterstützen die wirklich alt, krank oder arbeitslos sind. Aber es gibt zuviel Missbrauch und Auswüchse.
STERN: Sechs Millionen Arbeitslose: alles Sozialschmarotzer?
MAUCHER: Wir müssen in Kauf nehmen, dass wir einen Teil der Bevölkerung durchfüttern, der wirklich nicht mehr fähig ist zu arbeiten. Wenn aber der eine oder andere etwas stärker unter Druck gesetztsiehe auch Ton Steine Scherben würde, man ihm schlechter bezahlte Jobs zumuten könnte oder die Differenz zwischen Nettolohn und Sozialleistungen mehr als zehn Prozent betragen würde, würde er vielleicht sagen: 'Gut, dann nehme ich lieber wieder eine Schaufel in die Hand.'"

Helmut Maucher (*1927), schweiz. Manager, ehem. Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats des Nestlé-Konzerns, Aufsichtsratsmitglied im Industrial Investment Council (IIC, Berlin) und Präsident des Council on European Responsibilities (COEUR, Paris), in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Stern (14. Nov. 1996)

[Anm.: "Wohlstandsmüll" wurde zum Unwort des Jahres 1997 gekürt.]
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"Exponentielles Wachstumsiehe auch Werner Onken ist trügerisch, weil schon bei relativ geringen Wachstumsraten in kurzer Zeit astronomische Zahlen erreicht werden... Ebenso wie exponentiell steigender Landbedarf rasch gegen die Grenze des verfügbaren Landes stößt, kann analog exponentieller Rohstoffverbrauch rapide zu einer Erschöpfung der vorhandenen Lagerstätten führen... es [wird] kaum noch überraschen, dass bei der gegenwärtigen Verbrauchssteigerung die meisten der heute wichtigen und sich nicht regenerierenden Rohstoffesiehe auch Walther Rathenau in 100 Jahren extrem teuer sein werden."

Dennis Meadows, u.a., in "Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit" (1972)
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"An den Börsen gibt es immer explosive Chancen — Sie müssen sie nur nutzen
Lassen Sie sich diese jüngst veröffentlichten Zahlen auf der Zunge zergehen: Vor einigen Wochen hat die US-Regierung das Verteidigungsbudget für das Jahr 2004 bekannt gegeben. Schnallen Sie sich gut an, denn was Sie jetzt lesen werden, ist der helle Wahnsinn: In diesem Jahr erhält das amerikanische Verteidigungsministerium unglaubliche 399 Milliarden US$. 399 Milliarden! Nur zum Vergleich: An 2. und 3. Stelle auf der Liste folgen 'Bildung und Erziehung' mit 55 Mrd. US$ und 'Gesundheitswesen' mit 49 Mrd. US$. 399 Milliarden! Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie mächtig diese Summe ist: Wäre das amerikanische Verteidigungsministerium ein Land, wäre es die 18.-größte Volkswirtschaft der Welt!
85% im Plus — und es wird noch mehr werden
Über die nächsten 6 Jahre, also zwischen 2004 und 2009, wird die USA unglaubliche 2,8 Billionen US$ für die Vertei- digung ausgeben. Wohlgemerkt: Billionen, nicht Milliarden. Das ist, was man unter einer Boombranchesiehe auch Gustav Ruhland versteht. Und sie sind schon frühzeitig mit dabei."

Volker Michler, Chefredakteur des Börsenbriefes CuttingEdge, ebd. (Mai 2004)
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"Wenn wir etwas lernen wollen, müssen wir bei Aktionen und Protesten mitmachen, das ist Selbstaufklärung durch Widerstand, und die brauchen wir auch, denn Presse und Universitäten informieren nicht über das, was wirklich passiert."

Maria Mies (*1931), Professorin für Soziologie i.R.
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"[Es] braucht seine Zeit, aber wenn Sie auf Dauer im Geschäft bleiben wollen, dann bedenken Sie, was es für Ihre Firma für Gewinn bedeuten kann, wenn Sie millionenfach Kindersiehe auch Götz Hamann abrichten können, aus denen Erwachsene werden, gedrillt, Ihr Produkt zu kaufen, wie Soldaten gedrillt sind, sich in Bewegung zu setzen, wenn sie die Kommandoworte 'Vorwärts, marsch!' hören."

Clyde R. Miller, US-amerik. Autor, in "Der Prozess der Überzeugung" (1946)
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"...die Religion unser Zeit heißt Wirtschaft. Wie früher die Kirche stellt sie die Gurus, die Lebensregeln, die höchsten Gebäude und erzwingt den Kotau der Politik."

Günther Moewes (*1935), Professor für Architektur i.R. und Autor


Motor der Wirtschaft ist längst nicht mehr der tatsächliche Bedarfsiehe auch Cora Leroy, sondern nur noch die leistungslosesiehe auch Karl Marx , exponentielle Vermehrung der privaten Geldvermögen. Im Städtebau bedeutet das: zunehmende öffentliche Verschuldung, Herr- schaft der 'Großinvestoren', Herrschaft der Banken über den Städtebau, Herrschaft der Mega-Projekte aus kurzlebigem Amortisationsschrott, schwachsinnige Entertainment-Projekte und sterile Verwaltungspaläste. Rundum verglast sehen sie am Polarkreis genauso aus wie am Äquator, hier verschwenderisch beheizt, dort verschwenderisch gekühlt. Brasilia- nischer Granit nach Berlin und schwedischer Sandstein nach Dortmund. Immer mehr Autobahnen, Straßen und Sied- lungen in immmer weniger Landschaft, immer größerer Infrastruktur-, Ver- und Entsorgungsaufwand, immer höhere 'Neben'kosten."

Günther Moewes (*1935), Professor für Architektur i.R. und Autor
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"Die großen Kämpfe der neueren Zeit sind gegen Wunsch und Willen der Regierenden entbrannt. Die Börse hat in unseren Tagen einen Einfluss gewonnen, welcher die bewaffnete Machtsiehe auch Thomas L. Friedman für ihre Interessen ins Feld zu rufen vermag. Mexiko und Egypten sind von europäischen Heeren heimgesucht worden, um die Forderungen der hohen Finanzsiehe auch Joachim Fernau zu liquidieren."

Helmuth (Graf) von Moltke (*1800, †1891), preuß./dt. Militärstratege, Oberbefehlshaber der preußischen Armee
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"Alle Sozialleistungen, die ihr jetzt noch kriegt, werden allmählich auf Null gekürzt. Vergesst eure Rente, vergesst eure soziale Sicherheit und rechnet ja nicht damit, dass eure Kinder für euch sorgen, wenn ihr alt werdet. Sie werden nämlich kaum genug Geld haben, um selbst über die Runden zu kommen. Und denkt ja nicht daran, Urlaub zu nehmen, sonst kann es leicht sein, dass euer Job weg ist, wenn ihr zurückkommt. Ihr seid ersetzbar, ihr habt keine Rechte und übrigens: 'Was ist eine Gewerkschaft?' Ich weiß, viele von euch glauben nicht, dass es so düster aussieht. Klar, die Zeiten sind hart, aber du glaubst trotzdem, dass du überlebst. Du bist die eine Person, die dem ganzen Irrsinn irgendwie entrinnt. Du gibst den Traum nicht auf, dass du eines Tages dein Stück vom Kuchen bekommst. Manche von deinen Kumpels glauben sogar, dass sie eines Tages den ganzen Kuchen kriegen... Du darfst nicht mal am Teller lecken. Das System ist zugunsten der wenigen getürkt, und du gehörst nicht zu ihnen, weder heute noch sonst irgendwann. Es ist so gut getürkt, dass viele sonst ganz anständige, vernünftige, hart arbeitende Leute glauben, es funktioniere auch zu ihren Gunsten. Der Köder wird ihnen so dicht unter die Nase gehalten, dass sie ihn riechen können. Weil das System verheißt, dass die Verbraucher und Steuerzahler den Köder eines Tages essen dürfen, rekrutiert es eine ganze Armee von Dumm- köpfen, die mit Vergnügen und Leidenschaft für die Rechte der Reichen kämpfen. Sie setzen sich auch dann noch für milliardenschwere Steuererleichterungensiehe auch Bill Clinton ein, wenn die Schulensiehe auch Alissa Quart ihrer Kinder verfallen oder wenn ihre Kinder in Kriege geschickt werden, in denen sie für das Ölsiehe auch Gerhard Riemann der Reichen sterben. Ja, es stimmt: Die Arbeiter und Verbraucher opfern sogar ihr eigenes Fleisch und Blut, wenn sie die Reichen dadurch fett und glücklich machen können, denn die Reichen haben ihnen versprochen, dass sie eines Tages bei ihnen am Tisch sitzen dürfensiehe auch Friedrich Nietzsche!"

Michael Moore (*1954), US-amerikan. Regisseur und Autor, in "Dude, Where’s My Country?" [dt.: "Volle Deckung Mr. Bush"] (2003)
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"Im heute bestehenden Geldsystem muss es Gewinner und Verlierer geben. Ich denke, dass man in einer Welt, in der Gewinner und Verlierer so scharf voneinander getrennt sind, nicht gut leben kann."

Eiichi Morino (*1949), japan. Wirtschaftsanalytiker, Leiter der Gesell Research Society Japan und Autor
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"Aber was ist eigentlich passiert? Warum lebt diese Bundesrepublik seit einiger Zeit im Ausnahmezustand? Die Antwort ist einfach: Wir haben die Katastrophe, weil unser Bruttoinlandsproduktsiehe auch Peter Kafka nun schon seit zwei Jahren hintereinander kein Wachstumsiehe auch Michael Fromm mehr aufweist. Sprich, im Jahr 2002 und 2003 haben wir nur noch genau so viele Güter und Dienstleistungen produziert wie im Jahr vorher. Im Durchschnitt hat also der Metzger genau so viel Presssack gemacht, der Metallbetrieb genau so viele Maschinen und der Klempner genau so viele Abflüsse repariert wie vorher. Was aber wird ein Afrikaner oder ein Pakistani denken, der zufällig hört, dass in einem der reichsten Länder der Welt Katastro- phenstimmung herrscht, weil der riesige Berg an Gütern und Dienstleistungen seit zwei Jahren nicht mehr wächst, sondern gleich groß bleibt. Wenn er freundlich ist, wird er sagen: 'Deren Sorgen möchte ich haben.'"

Heiner Müller (*1950), Dipl.-Volkswirt, Redakteur beim Bayrischen Rundfunk
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L M N O P

"Wir zweifeln nicht daran, dass eine Zeit kommen wird, in der sich eine christlichesiehe auch Johannes Ude Bewegung gegen den Zins erhebt."

Friedrich Naumann (*1860, †1919), dt. Theologe und Politiker, im "Soz. Programm der evang. Kirche" (1890)


"Wenn die Anständigen unpolitisch bleiben, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn die Politik unanständig wird."

Friedrich Naumann (*1860, †1919), dt. Theologe und Politiker
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"Ich kann nicht mehr garantieren für das, was ich pflanze, ich weiß nicht, welche Monstersiehe auch Percy Schmeiser auf meinem Boden gedei- hen."

George Naylor, amerikanischer Farmer, über Gentechnik
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"Der Tausch und die Billigkeit.— Bei einem Tausche würde es nur dann ehrlich und rechtlich zugehen, wenn jeder der beiden so viel verlangte, als ihm seine Sache wert scheint, die Mühe des Erlangens, die Seltenheit, die aufgewendete Zeit usw. in Anschlag gebracht, nebst dem Affektionswerte. Sobald er den Preis in Hinsicht auf das Bedürfnis des andern macht, ist er ein feinerer Räuber und Erpresser.— Ist Geld das eine Tauschobjekt, so ist zu erwägen, dass ein Franken- taler in der Hand eines reichen Erben, eines Tagelöhners, eines Kaufmannes, eines Studenten ganz verschiedene Dinge sind: jeder wird, je nachdem er fast nichts oder viel tat, ihn zu erwerben, wenig oder viel dafür empfangen dürfen — so wäre es billig: in Wahrheit steht es bekanntlich umgekehrt. In der großen Geldwelt ist der Taler des faulstensiehe auch Kasimir Malewitsch Reichen gewinnbringender als der des Armen und Arbeitsamen."

Friedrich Nietzsche (*1844, †1900), dt. Philosoph, in "Menschliches Allzumenschliches, III Teil (Der Wanderer und sein Schatten)" (1880)


"Freigebigkeit ist bei Reichensiehe auch Joseph Stiglitz oft nur eine Art Schüchternheit."

Friedrich Nietzsche (*1844, †1900), dt. Philosoph, in "Die fröhliche Wissenschaft" (1882)
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"Die Ratlosigkeit der Politiker von heute macht die Arbeiten von Silvio Gesellsiehe dort immer moderner."

Heinz Nixdorf (*1925, †1986), dt. Unternehmer, in einem Brief an Tristan Abromeit
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"Der Kaufmann und der Krämer brauchen in gleicher Weise Geld, d. h. sie brauchen den Absatz der Güter, mit denen sie handeln... Einer Nation geht es niemals besser, als wenn die Reichtümer schnell von Hand zu Hand gehen."

Sir Dudley North (*1641, †1691), engl. Ökonom, in "Discourses upon Trade; principally directed to the cases of the Interest, coynage, clipping, increase of money" [dt.: "Abhandlungen über den Handel, hauptsächlich über Zins, Münze, Münzverschlechterung, Vermehrung des Geldes"] (1691)
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"Was ist für ein Unterschied, durch Einbruch in Besitz fremden Gutes zu kommen auf heimliche Weise und durch Mord als Wegelagerersiehe auch Martin Luther, indem man sich selbst zum Herrn des Besitzes jenes Menschen macht, oder ob man durch Zwang, der in den Zinsen liegt, das in Besitz nimmt, was einem nicht gehört?"

Gregor von Nyssa (ca. *334, †394), griechischer Bischof und Theologe
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M N O P Q

Profit in peace

All the people under broken homes
Dont wanna fight no more
All the people nursing shattered bones
Dont wanna fight no more
But there's no profit in peace
So we've gotta fight some more

And all these who are in foreign landssiehe auch John Kerry
Dont wanna fight no more
And all those those lost their feet or hands
Dont wanna fight no more
But there's no profit in peace boys
We gotta fight some more

Hey we dont fight no more
Hey, Hey, Hey, We dont wanna fight no more
But there's no profit in peace
So we gotta fight some more

And all those just trying to play their part
Dont wanna fight no more
And all those who own a human heart
Dont wanna fight no more
But there's no profit in what you want
So we must fight some more

And all those who got an axe to grind down
Dont wanna fight no more
And all those who got their burning lives
Dont wanna fight no more
But there's no profit in ever being right
So we must fight some more

Chorus

And all the people under broken homes
Dont wanna fight no more
But there is profit in the land you ownsiehe auch Frank Bohner
So we must fight some more

And all those who got a tired face
Dont wanna fight no more
And all those who are lost without a trace
Dont wanna fight no more
But there is profit in the love of hate
So we must fight some more

Ocean Colour Scene, "Profit in peace" auf dem Album "One from the modern" (1999)
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"Der Kapitalismus heute hat den Menschen nichts mehr zu bieten. Wenn man sich als Beispiel den freien Markt anschaut, stellt man fest, dass sich eine Schicht herausgebildet hat, die durch Spekulation und Zins ausbeutet. Die Kapitalisten beschäftigten sich im vorigen Jahrhundert mit Produktion und Handel. Jetzt ist die Produktion, der Handel, die Technik zweitrangigsiehe auch Jack Weatherford und es wird täglich auf die Zinssätze geschaut. Diese Orientierung hat mit der Produktion nichts mehr zu tun... Für den Kapitalismus braucht man keine neuen Definitionensiehe auch Joachim Fernau; er ist ein funktionierendes Glücksspielsystem. Und das Spiel wird um die Menschheit gespielt."

Abdullah Öcalan (*1949), kurdischer Politiker (Vorsitzender der PKK), in "Sozialismus" (1998)
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"Die Fähigkeit, blitzschnell auf veränderte Bedingungen zu reagieren, wird immer mehr zum entscheidenden Erfolgs- faktor. Dies begünstigt eine Unternehmensform, der nach Ansicht von Fachleuten wie Hans-Jürgen Warnecke von der Fraunhofer-Gesellschaft die Zukunft gehört: Die virtuelle Firma ist kein vollständiges Unternehmen mehr, sondern nur noch dessen Kopf. Die ausführenden Organe — Produktion, Vertrieb und Kundendienst — mietet sie nach Bedarf dort an, wo sie am günstigsten zu bekommen sind, und entlässt sie aus dem Vertrag, sobald der Auftrag abgewickelt, das Pro- dukt ausgereizt ist. So braucht das virtuelle Unternehmen kein schweres Paket aus Soziallasten mit sich zu schleppen, es muss nicht für die Auslastung seiner Kapazitäten sorgen und kann sogar den Fängen der Steuerbehörden entgehen. Fragt sich nur, wohersiehe auch Joseph Hüwe die Kaufkraft der Konsumenten kommen soll, wenn sich alle Firmen auf diese Weise ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu entziehen versuchen."

Günter Ogger (*1941), dt. Wirtschaftsjournalist, in "Macher im Machtrausch — Deutschlands Manager auf gefährlichem Kurs" (1999)
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"Kaspar, Melchior und Balthasar sind die Heiligen Drei Könige, deren Namenskürzel K+M+B in katholischen Regionen auf Haustüren geschrieben werden, damit der Haussegen im neuen Jahr nicht schief hängen möge. Doch die Initialen der 'drei Weisen aus dem Morgenland' ließen sich im Abendland längst auch anders übersetzen: Kapitalismus+Macht+ Besitz."

Hans Olbrich (*1937), dt. Verleger und Werbefachmann, Redakteur der Zeitschrift Humonde
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"Demnach befinden wir uns in einem Übergangsstadium zwischen einer bis ins 19. Jahrhundert hineinreichenden quasi-stationären Entwicklung und einer noch offenen Zukunft. An einem 'kritischen Punkt' wird sich entscheiden, ob die Menschheit auf ihrem bisherigen Weg des exponentiellen Wirtschaftswachstums einer globalen Katastrophesiehe auch Hans A. Pestalozzi entge- gengeht oder ob es ihr gelingt, ihre weitere Entwicklung in einem neuen ökonomisch-ökologischen Gleichgewicht zu stabilisieren.siehe auch Michael Ende Das Wachstum der Geld- und Realwirtschaft ist jedenfalls zu einem Tumor im Gesamtorganismus von Mensch und Erde geworden, der den Fortbestand des Lebens gefährdet. Ein jährliches Wachstum in Höhe von 3% bedeutet eine Verdopplung des Sozialproduktes in knapp 24 Jahren, ein Anwachsen auf das 100-fache in 235 Jahren und auf das Millionenfache in 470 Jahren! Doch was sind 24, 235 oder 470 Jahre in einer Evolution von Millionen Jahren?"

Werner Onken (*1953), dt. Ökonom und Redakteur der Zeitschrift für Sozialökonomie (ZfSÖ), im Vorwort zur Tagung "Zukunftsfähige Wirtschaft" der INWO Schweiz, der Erklärung von Bern und der Grünen Partei der Schweiz (15., 16. September 1995 in Bern)
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N O P Q R

"'Wir sind für Wachstum', war der Titel einer Inseraten-Kampagne der Schweizer Banken. 'Das Wachstum der Wirt- schaft muss angekurbelt werden', so das Rezept der Manager. Verdrängt man denn die Erkenntnisse der letzten Jahr- zehnte? Warum ist man nicht fähig, einige ganz einfache Rechnungen zu machen?siehe auch Werner Onken 2% Wachstum bedeutet Verdop- pelung in 35 Jahren. Eine Verdoppelung muss man sich ganz konkret vor Augen führen. Dies heißt: In 35 Jahren von allem, was wir heute in der westlichen Industriewelt an materiellen Gütern und Dienstleistungen haben, doppelt so viel!
Doppelt soviel Straßen
Doppelt soviel Autos
Doppelt soviel Häuser
Doppelt soviel Ferienreisen
Doppelt soviel Medikamente
[...]
Jeder nur einigermaßen vernünftige Mensch sieht sofort ein, dass ein solches Rezept heller Wahnsinn ist. Aber die Herren wollen ja nicht 2% Wachstumsiehe auch Jens Reich, sondern 6%, um ihre Probleme lösen zu können."

Hans A. Pestalozzi (*1929), schweiz. Wirtschaftswissenschaftler, ehem. Leiter des Duttweiler-Instituts für wirtschaftliche und soziale Forschung, freier Publizist, in "Auf die Bäume ihr Affen" (1989)
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"In den Abgründen des Unrechts findest du immer die größte Sorgfalt für den Schein des Rechts."

Johann-Heinrich Pestalozzi (*1746, †1827), schweiz. Pädagoge und Sozialreformer
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"Was aber, wenn wir nun zuviel gemünztes Geld haben? Wir können dann das vollwichtigste einschmelzen und es zu prächtigem Tischgerät umarbeiten; oder es als Waresiehe auch Joseph Beuyssiehe auch Philipp von Valois dahin schicken, wo Bedarfsiehe auch Cora Leroy und Nachfrage danach besteht; oder können es auf Zins ausleihen, wo man einen hohen Zinssatz zahlt."

Sir William Petty (*1623, †1687), engl. Ökonom, in "Quantulumcunque concerning money, 1682. To the Lord Marquess of Halyfax." [dt.: "Allerlei über das Geld, 1682. An den Lord Marquis von Halifax."]
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"Der Handel ist ein Spiel [John Locke], und an Bettlern kann man nichts gewinnen. Wenn man lange Zeit hindurch allen alles abgenommen hätte, so müsste man in gütlichem Übereinkommen den größten Teil des Gewinns wieder zurück- geben, um das Spiel von neuem anzufangen."

Isaac Pinto (*1715, †1787), Berater und Finanzier des holländischen Staates, in "Traité de la Circulation et du Crédit" [dt.: "Abhandlung über Zirkulation und Kredit"] (1771)
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"Wie kann ernsthaft davon ausgegangen werden, wir würden auf zu großem Fuße leben, solange die Leistungen von Millionen Menschen durch Massenarbeitslosigkeit künstlich vom Markt ferngehalten werden und solange es zu den größten Sorgen der Manager und Politiker gehört, für die Überproduktionsiehe auch Theodor W. Adorno von Gütern Käufer zu finden?"

Klaus Popp (*1963), Geschäftsführer der INWO-D e.V., in "Zinswahnsinn" (1998)


"Es ist kaum jemandem bewusst, dass Marktwirtschaft auch ohne Kapitalismus möglich ist, dass Wohlstand auch ohne Wachstum gewährleistet werden kann."

Klaus Popp (*1963), Geschäftsführer der INWO-D e.V., in "Zinswahnsinn" (1998)


"Die kapitalistische Produktionsweise kann den verantwortungsbewussten Bürger gar nicht verkraften. Kategorien von Moral und Vernunft stehen den Anforderungen an den Menschen als Konsumenten geradezu entgegen."

Klaus Popp (*1963), Geschäftsführer der INWO-D e.V., in "Zinswahnsinn" (1998)
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"Wenn den Unternehmern das Geldkapital zur Hälfte des jetzigen Zinses angeboten würde, so müsste auch bald der Zinsertrag aller übrigen Kapitalien um die Hälfte heruntergehen. Wenn z. B. ein Haus mehr Miete abwirft, als dem Unternehmer das Baugeld an Zins kostet, wenn der Zins des für das Roden eines Waldes ausgegebenen Geldes weniger ausmacht als die Pacht eines gleich guten Kulturbodens, so wird der Wettbewerb unfehlbar eine Herabsetzung der Mietensiehe auch Helmut Creutz und Pachten auf die Höhe des herabgesetzten Geldzinses herbeiführen..."

Pierre Joseph Proudhon (*1809, †1865), franz. Philosoph, in "Qu‘est-ce que la propriété ou recherches sur le principe du droit et gouver- nement" [dt.: "Was ist das Eigentum / Untersuchungen über den Ursprung und die Grundlagen des Rechts und der Herrschaft"] (1840)
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O P Q R S

"Teenager, die sich den Sponsoren an ihrer Schule widersetzten, können bestraft werden, wenn sie ihren Unmut äußern. In einem Fall wurde ein Schüler, der bei einer Veranstaltung von Coca Cola an der Schule ein T-Shirt von Pepsi trug, wegen Aufsässigkeit suspendiert. Das Sponsoring von Schulen beginnt, wenn die Kinder noch sehr jung sind, so dass sie mit dreizehn völlig daran gewöhnt sind, dass Unternehmen und Lobbyisten private Interessen auf den Lehrplan setzen."

Alissa Quart (*1972), US-amerikan. Journalistin (The Independent, New York Times, The Nation), in "Branded" (2002)
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P Q R S T

"Werden Anleihen der öffentlichen Körperschaften am Kapitalmarkt untergebracht, so wird die Erhöhung der Kaufkraft der öffentlichen Hand durch Bindung entsprechender Mittel bei den Übernehmern der Anleihe kompensiert. Gefährlich wird die Situation aber, wenn öffentliche Ausgaben durch mehr oder weniger kurzfristige Kredite finanziert werden, wie dies bei — nicht nur ganz vorübergehenden — Kassendefiziten der öffentlichen Hand geschieht. Eine derart ermöglichte Nachfrage muss inflationär wirken... Was insbesondere die Entwicklung des Sozialproduktes einerseits, des Preisniveaus andererseits betrifft, so haben die letzten fünfzehn Jahre zwar ein ständiges Wachstum, aber auch eine ständige Entwertung der Deutschen Mark gebracht. Dieses Nebeneinander ist gewiss kein Zufall. Jedes Wachstum wird in der heutigen Wirtschaft durch Kreditschöpfungsiehe auch Wolfgang Gebauer finanziert."

Harold Rasch, dt. Jurist, Professor für Wirtschaftsrecht, in "Die Finanzierung des Wirtschaftswunders. Der Weg in die permanente Inflation" (1966)
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"Die Zeit naht eilend heran, in der die natürlichen Stoffe nicht mehr wie heute willige Marktprodukte, sondern heiß umstrittene Vorzugsgüter bedeuten; Erzlager werden eines Tages mehr gelten als Panzerkreuzer, die aus ihren Gängen geschmiedet werden.siehe auch Dennis Meadows"

Walther Rathenau (*1867, †1922), dt. Unternehmer und Politiker, in "Deutsche Gefahren und neue Ziele" (1913)
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"Geld macht nicht nur süchtig, es ist die materialisierte, die konkretisierte Sucht. Geld fördert einen spezifischen Sozialcharaktersiehe auch Thomas Estermann: den Menschen, der sich durch das definiert, was er hat, nicht durch das, was er ist. 'Ich habe, also bin ich' — das ist sein Mottosiehe auch Erich Fromm. Selbst- und Fremdanerkennung beruhen auf der Fähigkeit, Geld ausgeben und sich etwas leisten zu können."

Fritz Reheis (*1949), dt. Soziologe, Gymnasiallehrer und Autor


"Die Beschleunigung von Produktion und Konsum macht den Körper geradezu zum Endlager für fremde Stoffe, die Psyche zum Endlager für fremde Motivesiehe auch Hans Kudszus. Die Rücksichtslosigkeit der Arbeitswelt gegenüber der 'inneren' Uhr des Menschen und gegenüber der Vielfalt der Bedürfnisse bedroht die kürzeren körperlichen und psychischen Zyklen und greift in die längeren Zyklen, also in die Gestaltung des gesamten Lebens und seiner Abschnitte ein. Die Reize des Geldes und der Warenwelt, insbesondere der Medien, bergen die Gefahr der Verödung der Sinne und der sozialen Abstump- fung. Wenn die herrschende Wirtschaftstheorie den Marktmechanismus so hochschätztsiehe auch George Soros und behauptet, er würde die Wünsche der Menschen bestmöglich zur Geltung bringen, verkennt sie v.a. diese eklatante psychische Überforderungsiehe auch Jakob von Uexküll des Individuums."

Fritz Reheis (*1949), dt. Soziologe, Gymnasiallehrer und Autor, in "Die Kreativität der Langsamkeit — Neuer Wohlstand durch Entschleuni- gung" (1998)
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"Ich bleibe dabei, dass die Wachstumsmaschine verwerflich ist; sie setzt die dynamischen Systeme in Gang, die in die Katastrophe führen. Wir müssen Wege finden, das materielle Wachstumsiehe auch Heiner Mueller, den Energieverbrauch, den Müllanfallsiehe auch Franz M. Wuketits... zu bremsen."

Jens Reich (*1939), dt. Molekularbiologe, Arzt, Essayist und Bürgerrechtler
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"Das Argument, der Staat müsse wie jedes Unternehmen Kredite aufnehmen, um Investitionen zu tätigen, zieht dabei nicht. Denn die neuen Schulden werden längst nicht mehr gemacht, um Straßen, Schulen und Krankenhäuser zu bauen oder die Infrastruktur am Standort D zu modernisieren. Nein, mit der Neuverschuldung werden die Zinsen für die Altkredite bezahlt... Statt dieser Entwicklung aktiv entgegenzuwirken, wird sie von vielen Bürgern negiert und von relevanten gesellschaftlichen Gruppen verharmlost, zuweilen sogar gefördert. Auch die Mediensiehe auch Jörg Hüwe beteiligen sich an dieser Problemverdrängung. So verbirgt sich hinter der häufig benutzten Schlagzeile 'Finanzminister baut Schulden ab' das genaue Gegenteil: Der Staat gibt wiederum mehr aus, als er einnimmt... Nur: Wen stört's? Eine Staatsverschuldung zu haben, die niemals getilgt werden kann, wird schicksalsgleich als gegeben hingenommen. In dieser Gleichgültigkeit liegt die eigentliche Gefahr."

Wolfgang Reitzle (*1949), dt. Manager, Vorstandsvorsitzender der Linde AG, in der Zeitschrift Humanwirtschaft (6/2003)
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"Zwar war es Roosevelt mit dem New Deal gelungen, die Krise zu mildern, aber überwinden konnte er sie damit nicht... Die Zahl der Arbeitslosen, die 1933 über zwölf Millionen betragen hatte und dann auf unter acht Millionen gesunken war, stieg 1938 wieder auf mehr als zehn Millionen. Und der US-amerikanische Anteil an der Weltindustrieproduktion war nun sogar geringer als 1932. Erst die Mobilisierung für den Kriegsiehe auch Silvio Gesell und die Rüstungsproduktion führten die Wirtschaft der Vereinigten Staaten aus der zehnjährigen Dauerkrise heraus. Entsprechend erlebten die USA im Unterschied zu Europa den Krieg nicht als Zeit der wirtschaftlichen Not, sondern des Aufschwungs. Von 1939 bis 1945 sank die Zahl der Arbeitslosen von zehn Millionen auf weniger als eine Million, die Industrieproduktion verdoppelte sich, und das Brutto- sozialprodukt wuchs von 91 Milliarden auf 211 Milliarden Dollar... Der aus der Kriegswirtschaft der frühen 1940er Jahre hervorgegangene sogenannte Militärisch-Industrielle Komplex besteht ebenfalls bis heute fort. So kann sich die Schluss- folgerung aufdrängen, dass die US-Wirtschaft aus sich selbst heraus nach Rüstungsiehe auch Volker Michler verlangt und ohne solche Anstren- gungen gar nicht funktionstüchtig wäre. Hat Roosevelt mit seiner Rüstungspolitik vielleicht gar nicht primär auf die Be- drohung durch Hitler reagiert, sondern auf die aussichtslose Lage der eigenen zivilen Wirtschaft? War der dann folgende Kalte Krieg samt atomarer Vernichtungsdrohung ein großes Theater, veranstaltet nicht so sehr zu dem Zweck, den So- zialismus zu bekämpfen, als den amerikanischen Kapitalismus in Schwung zu halten?... Und ein Zweites haben die Repu- blikaner aus der Geschichte gelernt: Man darf nicht so lange warten mit Rüstung und Krieg wie Roosevelt, wenn man die Krise meistern will. Daher hat Bush die Rüstungsausgaben gegenüber dem Jahr 2000 schon um 30 Prozent erhöht, wobei die Kosten des Irakkrieges noch gar nicht klar sind. So wird der Krieg wieder zum normalen Mittel der Politik."

Edelbert Richter (*1943), dt. Theologe, Politiker und Autor, in der Zeitschrift "Ossietzky" (5/2004)
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"Wie kein anderes Land hängt der American Way of Life am Öltropf. Wie kein anderes Land huldigen die USA einem ebenso naiven wie zerstörerischen Kapitalismus, der vor allem ein Ziel verfolgt: Gewinnmaximierung. Daher bedeutet der Niedergang Amerikas auch das Ende eines Paradigmas, das von Mammonismus, Wildwest-Kapitalismus, Ausbeutung der Dritten Welt und der natürlichen Ressourcen geprägt ist."

Gerhard Riemann, dt. Verleger, im Vorwort des Verlagsprospektes (2003)
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"Da gibt es das sogenannte Experiment Wörgl. Das muss man nachlesen, da gibt es Bücher drüber. Das Experiment ist abgewürgt worden vom österreichischen Staat... Ich würde allen raten, sich mit der Wirtschaftslehre von Silvio Gesell zu befassen."

Luise Rinser (*1911, †2002), dt. Schriftstellerin, in einem Interview mit der Zeitschrift "info3 — Sozialberichte aus der anthroposophischen Arbeit" (Nr. 7-8, 1985)
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"Kaufen Sie Luft. Denn je mehr sich die Menschen auf der Erde vermehren, desto mehr Luft wird gebraucht. Luft wird zur idealen Kapitalanlage. Wer viel davon hat, kann den Preis bestimmen. Und je mehr Luft gehortet wird, desto rascher steigt der Luftpreis. Wer nicht über das nötige Kapital verfügt, soll sich nicht ängstigen, dass er bald ersticken muss. Luft wird natürlich auch vermietet, zum Beispiel in Monatspackungen. Die monatliche Luftmiete kann zusammen mit der Wohnungsmiete entrichtet werden."

Werner Rosenberger (*1924), Lehrer i.R., langjähriges Vorstandsmitglied der INWO Schweiz (ehem. "Liberalsozialistische Partei" der Schweiz)


"Aller Bodenbesitz stammt aus einer früheren Landnahme, für die nichts bezahlt wurde. Die bestehende Bodenverteilung beruht also auf Eroberung und Besetzung, dann auf Vererbung und Grundstückshandel. Abgrenzung, Eingrenzung und Ausgrenzung sind deshalb die Grundlagen der heutigen Bodenordnung.siehe auch Joseph Stiglitz"

Werner Rosenberger (*1924), Lehrer i.R., langjähriges Vorstandsmitglied der INWO Schweiz (ehem. "Liberalsozialist. Partei" der Schweiz)
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"Ich werde gestatten, dass ihr die Ehre habt, mir zu dienen, unter der Bedingung, dass ihr mir für die Mühe, die ich habe, euch zu kommandieren, das wenige gebt, was euch bleibt."

Jean Jacques Rousseau (*1712, †1778), frz. Schriftsteller und Philosoph, in "Discours sur l’Economie Politique" [dt.: "Abhandlung über die politische Ökonomie"] (1760)
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"In unserer Zeit, in der nur zu Viele möglichst rasch reichsiehe auch Volker Michler werden wollen, ist man auch allgemeiner geneigt, die schweren Sünden des rücksichtslosen Erwerbs, der über 'Leichen' zum materiellen Erfolg schreitet, leichter zu verzeihen, als das früher üblich war. Selbst die nationalökonomische Wissenschaft ist offensichtlich bestrebt, dieser modernen Entwicklungstendenz tunlichst Rechnung zu tragen. Und unser Recht mit seiner besonderen Vorliebe für die formale Durchbildung bei sichtlicher Vernachlässigung des materiellen Inhalts der Verträgesiehe auch Johann-Heinrich Pestalozzi, begünstigt diese Umprägung der sittlichen Begriffe in hohem Maße."

Gustav Ruhland (*1860, †1914), dt. Ökonom, in "System der politischen Ökonomie" Bd. 3 (1908)


"Heute scheint die kapitalistische Welt es vorteilhafter zu finden, neben großen Annoncenaufträgen an die Pressesiehe auch Maria Mies die angesehenen Zeitungen aufzukaufen oder doch finanziell zu beherrschen. Dazu kommen große kapitalistische Monopolgesellschaften der Verlagsanstalten, Monopole im Zeitungsnachrichtendienst, in der Herstellung von Unterhaltungsbeilagen für kleinere Provinzblätter usw. In Nordamerika haben einzelne Großkapitalisten Universitäten gegründetsiehe auch Stephen Zarlenga, an denen die Theorien des kapitalistischen Erwerbs als Nationalökonomie vorgetragen werden. In Europa ist die Vorliebe der Universitätsprofessoren für die Börse und für die Großbanken in der Mehrheit ganz unverkennbar."

Gustav Ruhland (*1860, †1914), dt. Ökonom, in "System der politischen Ökonomie" Bd. 3 (1908)


"Der herrschende Kapitalismus vernichtet immer mehr die mittleren und kleinen selbständigen Existenzen. Aber aus dieser krankhaften Erscheinung folgert man nicht die Frage: wie ist also der Kapitalismus zu beseitigen? Das allgemeine Spezialisieren unserer Zeit erblickt in diesen Veränderungen wieder eine ganz selbständige sogenannte 'Mittelstands- frage', welche durch Innungen, Handwerkskammern, Änderung des Submissionswesens, der Konkursordnung, der Kreditorganisation, durch Bestimmungen gegen den unlauteren Wettbewerb, durch Spezialgesetze gegen Warenhäuser, Konsumvereine usw. zu lösen versucht wird."

Gustav Ruhland (*1860, †1914), dt. Ökonom, in "System der politischen Ökonomie" Bd. 3 (1908)
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Q R S T U

"Die Ersparnisse der Reichen werden auf Kosten der Armen gemacht."

Jean Baptiste Say (*1767, †1832), franz. Ökonom
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"Die Resignation ist zu überwinden, wenn Menschen erkennen, dass sie in der Falle sitzen, dass es eine gesellschaftliche Falle ist, dass es einen Weg hinaus gibt und dass es an ihnen ist, ihn zu finden. Die Falle besteht ja darin, dass die vielen einzelnen ihr individuelles Wirtschaftsverhalten nicht als Beitrag zu einer Gemeinschaftsaufgabe begreifen, sondern als ihre Privatsache. Wenn sie aber erkennen, dass es um eine Gemeinschaftsaufgabe geht, die durch gemeinsames Handeln bewältigt werden kann, wenn sie die Bedeutung und die Dringlichkeit der Gemeinschaftsaufgabe erkennen (dringlich, weil die Falle ja schon zugeschnappt ist) und wenn sie eine positive Einstellung zum kollektiven Handeln finden, so haben sie eine Chance, aus der Falle herauszukommen."

Gerhard Scherhorn (*1930), Professor für Volkswirtschaft i.R., aus "Das Ganze der Güter" in "Vom Baum der Erkenntnis zum Baum des Lebens — Ganzheitliches Denken der Natur in Wissenschaft und Wirtschaft" (hrsg. v. Klaus Michael Meyer-Abich) (1997)
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"Die stetig widerkehrende Redewendung, das Geld müsse 'hart arbeiten', gibt einen Hinweis darauf, in welch falschen Vorstellungen wir befangen sind, was sich jenseits des Geldschleiers real vollzieht. Das Geld als solches arbeitet natür- lich nicht; sondern weil es über die Bank gegen Zins weitergegeben wird, arbeiten andere Menschen, und zwar um so härter, je höher der Zins ist, den das Geld verdienensiehe auch Johannes Heinrichs soll. Geld kann auf diese Weise Herrschaftsverhältnisse und Ab- hängigkeiten begründen. Mehr noch: Es kann Menschen und ganze Völker regelrecht versklaven, wenn diese für die Zinslasten, die ihnen über Kreditgewährungen auferlegt wurden, Frondienste leisten müssen."

Otto Schily (*1932), dt. Politiker, in "Flora, Fauna und Finanzen" (1998)
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"Wo hören meine Rechte auf, wo fangen Monsantossiehe auch George Naylor Rechte an?"

Percy Schmeiser, kanad. Farmer, über genmanipulierte Sojapflanzen
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"Ich glaube, dass viele anständige Investmentbanker und grundehrliche Makler an der Börse ihr Geld im Schweiße anderer Angesichter verdienen."

Harald Schmidt (*1957), dt. Kabarettist und TV-Moderator


"Man kann es kaum glauben, dass McDonald’ssiehe auch Thomas L. Friedman Umsatz-Rückgänge hat. Die US-Armeesiehe auch Volker Michler erschließt doch dauernd neue Märkte."

Harald Schmidt (*1957), dt. Kabarettist und TV-Moderator
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"Ich habe früher von der 'Bringschuld' der Wissenschaftler im Allgemeinen gesprochen. Damit habe ich gemeint: Weil einerseits die Gesellschaft die wissenschaftliche Forschungsarbeit finanziert, so haben andererseits die Wissenschaftler die Pflicht, ihre Ergebnisse der Steuer zahlenden Gesellschaft verständlich zu machen. Richard von Weizsäcker hat einmal ähnlich formuliert: Wissenschaft sei auch sozial verpflichtet, der Gesellschaft verpflichtete Erkenntnissuche. Ich räume gern ein, dass die Ökonomen auf diesem Feld weit schlechter abschneiden als die Historiografen. Im Ergebnis sind aber nicht nur die ökonomischen, sondern auch die historischen Kenntnisse in unserer Gesellschaft leider ziemlich gering. Ein besonderes Defizit meine ich bei unserer politischen Klassesiehe auch Gerhard Schröder zu erkennen."

Helmut Schmidt (*1918), dt. Politiker, Bundeskanzler 1974-1982, in DIE ZEIT (1. April 2004)
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"Der Kapitalismus als die Herrschaft des Mittels geht hilflos an sich selbst zugrunde, weil uns alle Zwecke fehlen."

Carl Schmitt (*1888, †1985), dt. Staats- und Völkerrechtler
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"Wenn es je eines Beweises bedurft hätte, was schrankenloser Kapitalismus bedeutet, so wäre er am 12. Dezember 1996 in München erbracht worden. Der Siemens-Konzern, so berichtet sein Vorstandsvorsitzender, habe 1995/96 eine Eigen- kapitalrendite in bisher nie gehabter Höhe erzielt. Andererseits werde man 1997 weitere 6000 Stellen streichen... Die fortgeschrittene Verwilderung der Sittensiehe auch Gustav Ruhland lässt im Fall Siemens nicht einmal mehr die kleine menschliche Geste zu, die 'frohe Botschaft' der Stellenstreichungen nicht kurz vor Weihnachten zu verkünden."

Bruno Schnell, Inh. der Unternehmensgruppe Nürnberger Nachrichten, in den Nürnberger Nachrichten (14. Dez. 1996)
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"Ich habe keine Detailkenntnisse in volkswirtschaftlichen Fragen."

Gerhard Schröder (*1944), dt. Politiker, Bundeskanzler seit 1998, im "Lügenausschuss" des Deutschen Bundestages (3. Juli 2003)
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"Die Begehrlichkeit kennt keine Schranken, nur Steigerung."

Lucius Annaeus Seneca (*4 v.Chr., †65 n.Chr.), römischer Staatsmann, Dichter und Philosoph
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"Heute ist sich das Kleinbürgertum — die Mitte der Mittelklasse — in keiner Weise der Unterdrückung bewusst, der es ausgesetzt ist... Die wirtschaftliche Realität der Ungleichheit führt nicht zu einer kollektiven politischen Widerstandsbe- wegung, sondern erzeugt vielmehr ein Gefühl individuellen Versagenssiehe auch Richard Levinsohn, von persönlicher Unzulänglichkeit. Die Menschen stellen nicht Fragen über die Ungerechtigkeit des Wirtschaftssystems, sondern sie rätseln, was sie als Person falsch ge- macht haben. In dieser Hinsicht sollten die USA ein warnendes Beispiel für Europa sein."

Richard Sennett (*1943), US-amerikan. Soziologe, in "Das Parlament" (5/2003)
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"Gold? kostbar, flimmernd, rotes Gold?siehe auch Sophokles
soviel hievon macht schwarz weiß, häßlich schön;
Schlecht gut, alt jung, feig tapfer, niedrig edel.
... Ihr Götter! warum dies? warum dies, Götter;
Ha! dies lockt Euch den Priester vom Altar
... verdammt Metall,
gemeine Hure du der Menschen."

William Shakespeare (*1564, †1616), engl. Dramatiker, in "Timon of Athens" [dt.: "Timon von Athen"], übers. von Schlegel/Tieck (1608)
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"Zuallererst sollte die westliche Welt anerkennen, wo ihr Reichtum herstammt und sich nicht länger selbst belügen. Aus der Sicht der ersten Welt ist ihr Reichtum das Produkt einer fast magischen Technologie und hoher Intelligenz. Für uns in der dritten Welt ist der Reichtum des Westens die Folge der Kolonialisierung, der Kontrolle über unsere Wirtschaft und der Sklaverei, bei der man die Bevölkerung eines halben Kontinentes einfing, um sie auf Baumwollfeldern arbeiten zu lassen. Das sind die Wurzeln dieses 'magischen Erfolges'... Der Kolonialismus ist alles andere als überwunden. Wir sind heute Zeugen einer neuen Kolonialisierung durch die Globalisierung. Nur die Begriffe haben sich geändert.siehe auch Siegfried Broß Denn die Grundmuster der Dominanz westlicher Mächte über nichtwestliche Mächte sind die gleichen. Was hinzu kam, ist die Kolonisierung des Lebens selbst. Das konnte der alte Kolonialismus noch nicht, weil er noch nicht über die Technologie der modernen genetischen Manipulation des Lebens verfügte."

Vandana Shiva (*1952), indische Quantenphysikerin, Gründerin der "Research Foundation for Science Technology and Ecology", Alternativer Nobelpreis 1993, in "Politik des Herzens" (Hrsg.: Geseko von Lüpke, 2003)


"Im Prozess der Globalisierung liegen gleichzeitig aber enorme Möglichkeiten, gerade weil sie das System so enorm destabilisiert. Die Wut darüber, dass jede produktive Handlung irgendwo auf dem Planeten in das globale Wirtschaftssystem hereinpassen sollsiehe auch Leila Dregger, um einen Wert zu bekommen, wächst. Denn diese Politik macht so viele Menschen überflüssig — im Norden wie im Süden. Deshalbsiehe auch Albert Einstein müssen wir Wege finden, auf lokaler Ebene wieder die Kontrolle über unsere Entscheidungen und unser Wirtschaften zu gewinnen. Die lokale Kontrolle über Entscheidungsprozesse — also die freie Entscheidung über Jobs, Lebensbedingungen und die natürlichen Ressourcen — ist zum Imperativ für das Überleben geworden... Sicherlich sind durch die Globalisierung besonders die ehemaligen Kolonialgebiete gefährdet, neu und noch tiefer kolonialisiert und abhängig zu werden. Aber heute sind wir soweit, dass auch die privilegierte westliche Welt ihre Zukunft und ihre kommenden Generationen gefährdet — mit Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und wenig Perspektiven für ein Leben jenseits von Geld und Profit. Damit ist ein Großteil der Menschen überflüssig und erkennt keinen Sinn in seinem Leben. Was also die erste Welt — und da kann sie von der dritten Welt lernen — dringend braucht, ist ein neues Denken: Es kann nicht länger darum gehen, darauf zu warten, dass die Konzerne Arbeitsplätze schaffen.siehe auch Ton Steine Scherben Wir müssen vielmehr in Selbsthilfe und gegenseitiger Unterstützung eigenständigsiehe auch Stephan Finsterbusch unsere sozialen Gemeinschaften wiederaufbauen und selbst für unseren Lebensunterhalt sorgen.siehe auch John Maynard Keynes Und dabei allen Gesetzen und Vereinbarungen widerstehen, mit denen die Konzerne heute versuchen, Selbsthilfe, Selbstversorgung und Kooperation für illegal zu erklären."

Vandana Shiva (*1952), indische Quantenphysikerin, Gründerin der "Research Foundation for Science Technology and Ecology", Alternativer Nobelpreis 1993, in "Politik des Herzens" (Hrsg.: Geseko von Lüpke, 2003)
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"...ein Krieg gegen die gesamte Dritte Welt, ein Krieg um die Auslandsschulden. Seine schärfste Waffe ist der Zinssatz, und die ist tödlicher als die Atombombe."

Luis Ignácio Lula da Silva (*1945), bras. Präsident
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"So verengt sich also durch die Konzentration der Reichtümer in der Hand einer kleinen Anzahl von Eigentümern der innere Markt immer mehr, und die Industrie ist immer mehr gezwungen, ihre Absatzgebiete auf den fremden Märktensiehe auch Siegfried Broß zu suchen, wo noch größere Umwälzungen sie erwarten..."

Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi (*1773, †1842), franz. Ökonom, in "Nouveaux principes d'économie politique" [dt.: "Neue Prinzipien der Nationalökonomie"] (1819)


"Obgleich die Erfindung der Maschinensiehe auch Günther Anders, die die Kräfte des Menschen vervielfacht, eine Wohltat für die Menschen ist, verwandelt die ungerechte Verteilung ihrer Wohltaten sie in Geißeln der Armen."

Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi (*1773, †1842), franz. Ökonom, in "Nouveaux principes d'économie politique" [dt.: "Neue Prinzipien der Nationalökonomie"] (1819)
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"Dem Geld ist alles egal. Es ist das Medium, in dem die Gleichsetzung des Verschiedenen sich praktisch verwirklicht. Wie nichts anderes besitzt es die Kraft, Verschiedenes auf den gleichen Nenner zu bringen. Wie Zeitungspapier und Bild- schirme gleichgültig sind gegen die übermittelten Inhalte, so bewahrt das seine unerschütterliche Indifferenz angesichts aller noch so verschiedenartigen Güter, gegen die es sich vertauscht. Schon der Römer Vespasian roch an einer Münze, als hegte er den Argwohn, sie müsse stinken, und bemerkte ironisch: non olet. Die bürgerlichen Wirtschaftswissen- schaften von heute sind im Grunde genommen nichts anderes als ein non olet auf höherer Stufe. Im Loblied auf die freie Marktwirtschaft hat das modernisierte Geld, als Kapital, eine zeitgemäße Form gefunden, seine physische und moralische Geruchlosigkeit zu beteuern. Sofern keine anderen als rein ökonomische Tauschakte zur Debatte standen, ist noch kaum ein Philosoph, geschweige denn ein Ökonom auf den Gedanken verfallen, das Geldphänomensiehe auch Hans Christoph Binswanger auf zynische Valenzensiehe auch Georg Wilhelm Friedrich Hegel hin abzuklopfen."

Peter Sloterdijk (*1947), dt. Philosoph, in "Kritik der zynischen Vernunft — Zweiter Band" (1983)
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"Von den großen Leitwährungen dieser Welt kann heute, Anfang des Jahres 1971, keine noch mehr als ein Drittel ihrer Kaufkraft vor dem Zweiten Weltkrieg aufweisen. Der Sterling, eine der wichtigsten Währungen des Welthandels, hat kaum noch 20 Prozent seiner Kaufkraft vom Jahre 1939. Alles, was in Frankreich übrigblieb, ist eine Kaufkraft von etwa 1 bis 2 Prozent des Vorkriegsfranc. Der Schweizer Franken, dessen Stabilität als klassisch anzusehen war, hat in den letzten zwei Jahrzenten von 1950 bis 1970, schon nach dem Index der Lebenshaltungskosten, 38 Prozent seines Wertes verloren. Im Vergleich zum Vorkriegsjahr 1939 sind auch bei dieser Musterwährung im Jahre 1970 nur noch knappe 30 Prozent ihrer ehemaligen Kaufkraft übrig geblieben. Fast in exakt gleicher Richtung wie der Schweizer Franken hat auch der US-Dollar, die Leitwährung der westlichen Weltwirtschaft, seine Kaufkraft von 1939 bis 1970 reduziert, nämlich auf 31 Cent... Die Falllinie der Deutschen Mark, die im Jahre 1970 eine Inflationsrate von fast 8 Prozent erreicht hat, gemessen am Bruttosozialprodukt, ist nicht weniger steil nach unten gerichtet, nachdem sie im Jahr 1970 ohnehin nur noch knapp die Hälfte ihrer Kaufkraft von 1950 besaß."

Walter Slotosch, Volkswirt, Ressortchef für Wirtschaft in der Süddeutschen Zeitung, in "Das Geld, mit dem wir leben müssen. Panorama der Weltinflation" (1971)
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"Wann immer die Gestzgebung versucht, die Differenzen zwischen Unternehmern (masters) und ihren Arbeitern zu regeln, sind ihre Ratgeber immer die Unternehmer."

Adam Smith (*1723, †1790), engl. Ökonom und Philosoph


"Unsere Kaufleute klagen oft die hohen Löhne der britischen Arbeiter als Ursache an, weshalb ihre Fabrikate auf frem- den Märkten unterboten würden; von den hohen Kapitalgewinnen schweigen sie. Sie klagen über den übermäßigen Ge- winn anderer Leute, aber von ihrem eigenen sagen sie nichts. Und doch mögen die hohen Gewinne des britischen Kapitals in vielen Fällen ebensoviel und in einigen noch mehr dazu beitragen, den Preis der britischen Fabrikate zu erhöhensiehe auch Helmut Creutz, als der hohe Lohn der britischen Arbeiter."

Adam Smith (*1723, †1790), engl. Ökonom und Philosoph, in "An Inquiry into the Nature and Causes of the wealth of Nations" [dt.: "Untersuchungen über die Natur und die Gründe des Reichtums der Nationen"] (1776)
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"Ich staune, wie viele Dinge es gibt, die ich nicht brauche."

Sokrates (*470 v.Chr., †399 v.Chr.), griech. Philosoph
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"Denn nichts von allem welches Geltung bei der Welt
Gewann, ist wie das Gold so schlimmsiehe auch William Shakespeare, das Staaten stürzt
Und wüste macht und Menschen treibt von Haus und Hof,
und tugendhafte Herzen oft verwandelt und
Bekehrt zur Übung lasterhafter Handlungen:
Es lehrt die Menschen schelmenhafte Dreistigkeit,
Und jeder Untat freche Gottvergessenheit."

Sophokles (*495 v.Chr., †406 v.Chr.), griech. Dramatiker, in "Antigone", übers. von J. A. Hartung
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"Der heutige Marktfundamentalismus ist eine wesentlich größere Bedrohung für die offene Gesellschaft als jede totalitäre Ideologie."

George Soros (*1930), ungarisch-amerikanischer Multimilliardär und Autor
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"Mit dem Geldverkehr erscheint zwischen Erzeuger und Verbraucher wie zwischen zwei getrennten Welten 'der Dritte', dessen Denken das Geschäftsleben alsbald beherrscht. Er zwingt den ersten zum Angebot, den zweiten zur Nachfrage an ihn; er erhebt die Vermittlung zum Monopolsiehe auch Thomas Jefferson und dann zur Hauptsache im Wirtschaftsleben und zwingt die beiden andern, in seinem Interesse in Form zu sein, die Ware nach seiner Berechnung herzustellen und unter dem Druck seiner Angebote abzunehmen."

Oswald Spengler (*1880, †1936), dt. Philosoph, in "Der Untergang des Abendlandes" Bd. 2 (1922)


"Die Banken und damit die Börsen haben sich seit 1789 am Kreditbedürfnis der ins Ungeheure wachsenden Industrie zur eigenen Macht entwickelt und sie wollen, wie das Geld in allen Zivilisationen, die einzige Macht sein. Das uralte Ringen zwischen erzeugender und erobernder Wirtschaft erhebt sich zu einem schweigenden Riesenkampf der Geister, der auf dem Boden der Weltstädte ausgefochten wird. Es ist der Verzweiflungskampf des technischen Denkens um seine Freiheit gegenüber dem Denken in Geldsiehe auch Fritz Reheis. Die Diktatur des Geldes schreitet vor und nähert sich einem natürlichen Höhepunkt, in der faustischen wie in jeder andern Zivilisation. Und nun geschieht etwas, das nur begreifen kann, wer in das Wesen des Geldes eingedrungen ist. Wäre es etwas Greifbares, so wäre sein Dasein ewig; da es eine Form des Denkens ist, so erlischt es, sobald es die Wirtschaftswelt zu Ende gedacht hat, und zwar aus Mangel an Stoff. Es drang in das Leben des bäuerlichen Landes ein und setzte den Boden in Bewegung; es hat jede Art von Handwerk geschäftlich umgedacht; es dringt heute siegreich auf die Industrie ein, um die erzeugende Arbeit von Unternehmern, Ingenieuren und Ausführenden gleichmäßig zu seiner Beute zu machen. Die Maschine mit ihrer menschlichen Gefolgschaftsiehe auch Günther Anders, die eigentliche Herrin des Jahrhunderts, ist in Gefahr, einer stärkeren Machtsiehe auch Hans Jürgen Fischbeck zu verfallen. Aber damit steht das Geld am Ende seiner Erfolge, und der letzte Kampf beginnt, in welchem die Zivilisation ihre abschließende Form erhält: der zwischen Geld und Blutsiehe auch Volker Michler."

Oswald Spengler (*1880, †1936), dt. Philosoph, in "Der Untergang des Abendlandes" Bd. 2 (1922)


"Die privaten Mächte der Wirtschaft wollen freie Bahn für ihre Eroberung großer Vermögen. Keine Gesetzgebung soll ihnen im Weg stehen. Sie wollen die Gesetze machen, in ihrem Interesse, und sie bedienen sich dazu ihres selbst- geschaffenen Werkzeuges, der Demokratie, der bezahlten Parteisiehe auch Joseph Beuys."

Oswald Spengler (*1880, †1936), dt. Philosoph, in "Der Untergang des Abendlandes" Bd. 2 (1922)
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"Wenn Chinasiehe auch Helmut Maucher ein großes Industrieland wird, so sehe ich nicht ein, wie die europäische Arbeiterbevölkerung den Kampf aushalten könnte, ohne auf das Niveau ihrer Konkurrenten herabzusteigen."

Stapleton, engl. konservatives Parlamentsmitglied, in der Times (3. Sept. 1873)
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"Auf dem Grund und Boden werden Objekte des Wirtschaftsprozesses gewonnen durch menschliche Tätigkeit. Aber der Grund und Boden ist als solcher kein Objekt des Wirtschaftsprozesses... Der Bodensiehe auch Frank Bohner selber, der ist nicht Ware, sondern Waren entstehen auf ihm... Grund und Boden kann nicht produziert werden, er ist also von Anfang an keine Ware."

Rudolf Steiner (*1861, †1925), österr. Pädagoge und Philosoph, Begründer der Anthroposophie, in Vorträgen (1919/1920)
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"Der IWF und die Vertreter der neoliberalen Ideologie postulieren, man solle sich nicht um die Armen kümmern, sondern die Reichen reicher werden lassen, weil der Wohlstand dann schon zu den Armen durchsickern werde. Aber davon ist nichts zu sehen."

Joseph Stiglitz (*1943), US-amerikan. Ökonom, ehem. Wirtschaftsberater von Bill Clinton, bis 1999 Chefökonom der Weltbank, Ökonomie-Nobelpreis 2001, in "Die Schatten der Globalisierung" (2003)


"Wenn bei einer Institution die Finanzminister und Zentralbankpräsidenten alle Entscheidungen treffen, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass die wirtschaftliche Stabilisierung zwar immer auf der Agenda steht, sich aber niemand um neue Arbeitsplätze schert und... dass die Bodenreformsiehe auch Rudolf Steiner nicht von Interesse ist.siehe auch Werner Rosenberger"

Joseph Stiglitz (*1943), US-amerikan. Ökonom, ehem. Wirtschaftsberater von Bill Clinton, bis 1999 Chefökonom der Weltbank, Ökonomie-Nobelpreis 2001, in "Die Schatten der Globalisierung" (2003)
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"Auch wenn nun Gen-Technik-Firmensiehe auch Gerhard Waldherr, die sich selbst gerne verfälschend Bio-Technik- oder Life-Science-Unternehmen nennen, und deren Unterstützer kontinuierlich behaupten, nur mit ihrer so genannten Grünen Gentechnik sei der Hunger zu bekämpfen, ist in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall. So ist sich beispielsweise die evangelische Entwicklungshilfe- organisation 'Brot für die Welt' sicher, dass die Gen-Technik den Hungersiehe auch Susan George nicht beseitigen hilft. Denn Hochertragssorten und Gentechnik brächten nur denjenigen einen Vorteil, die sowieso schon zuviel haben: den reichen Industrieländern, den Großgrundbesitzernsiehe auch Werner Rosenberger und den globalisierten Konzernen.siehe auch ehem. Nestlé-Chef: Helmut Maucher Wissenschaftler von der Universität Essex haben in ihrem World-Safe-Report jüngst klar nachgewiesen: Der Hunger in der Welt ist nur durch eine naturnahe, die Artenvielfalt schützende biologische Landwirtschaft zu besiegen. Nachzulesen im kleinen aber umso wichtigeren Buch 'Ernährung sichern — Nachhaltige Landwirtschaft — eine Perspektive aus dem Süden'."

Norbert Suchanek (*1963), dt. Journalist und Autor, in der Zeitschrift r-evolution (April/Mai 2004)


"Wer sagt, noch mehr globaler Handel würde die heutige Ungleichheit in der Welt verringern, lügt oder hat nichts begriffen. Nur mehr regionaler Handel und geringere weltweite grenzüberschreitende Verkehrsströme geben unserem Planeten und uns eine Chance zu überleben, führen zu mehr Gerechtigkeit, zu mehr Menschlichkeit. Dies freilich steht nicht auf der Wunschliste der transnationalen Konzerne, sondern das Gegenteil. Sie wollen noch mehr Waren sinnlos hin und her verschieben. Und wir Steuerzahler dürfen die für diesen Massenverkehrsiehe auch Luzius Theiler notwendige Infrastruktur, Auto- bahnen und Flughäfen, natürlich finanzieren."

Norbert Suchanek (*1963), dt. Journalist und Autor, in der Zeitschrift r-evolution (April/Mai 2004)
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"Während die Ausgaben für die sozial Schwachen gekürzt werden, führt das heutige Zinssystem zu einem exponen- tiellen Wachstum der Geldvermögen und Schulden — und damit auch zu einem entsprechendem Anwachsen der Zins- lasten, durch die Wirtschaft und Gesellschaft unter immer größeren Leistungsdrucksiehe auch Oswald Spengler geraten. Weder die Schulden an sich, noch die Arbeitslosigkeit sind das Kernproblem, sie sind nur Folgen eines ungerechten Systems."

Vladimir Svitak (*1928), tschech. Unternehmer und Autor, in "Strukturen des Aufbruchs" (2001)
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"Unsere Kaufleute versichern mir, dass ein Junge oder ein Mädchen vor Vollendung des zwölften Lebensjahres keine marktfähige Ware ist; und selbst wenn sie in dieses Alter kommen, bringen sie an der Börse nicht mehr als drei Pfund oder höchstens drei Pfund und eine halbe Krone ein, was weder den Eltern noch dem Königreich etwas abwirft, da die Kosten für Nahrung und Lumpen mindestens viermal so hoch gewesen sind... Von einem sehr sachverständigen Amerikaner meiner Bekanntschaft in London ist mir berichtet worden, dass ein junges, gesundes, gutgenährtes Kind im Alter von einem Jahr eine äußerst wohlschmeckende, nahrhafte und bekömmliche Speise sei, gleichviel, ob geschmort, gebraten, gebacken oder gekocht, und ich zweifle nicht, dass es in gleicher Weise zu Frikasse oder Ragout taugt."

Jonathan Swift (*1667, †1745), irischer Schriftsteller, in der Satire "Bescheidener Vorschlag, wie man verhüten kann, dass die Kinder armer Leute in Irland ihren Eltern oder dem Lande zur Last fallen, und wie sie der Allgemeinheit nutzbar gemacht werden können" (1729)
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R S T U V

"Freihandel bewirkt die Produktion einzelner Güter und Dienstleistungen durch multinationale Gesellschaften an einigen wenigen Standorten und fördert damit gleichzeitig die Eliminierung aller anderen Wirtschaftszweige in der Region. Freihandel führt damit zum Verlust der wirtschaftlichen und der kulturellen Vielfalt ('McDonaldisierung') und verstärkt die wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeiten. Den potentiellen Wohlstandsgewinnen einer forcierten Deregulie- rung und Zentralisierung des Handels müssen die ökologischen Kosten aufgerechnet werden. Darunter fällt zuerst einmal die bedrohliche Zunahme der internationalen Transportbewegungen.siehe auch Norbert Suchaneksiehe auch Jakob von Uexküll"

Luzius Theiler (*1940), schweiz. Ökonom und Soziologe, Vorstandsmitglied der Grünen Partei der Schweiz
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"Die amerikanische Arbeitslosigkeit ähnelt einem Eisberg — der größte Teil liegt unsichtbar unter Wasser... Neben den über sieben Millionen amtlichen Arbeitslosen würden sich noch weitere sechs Millionen Menschen als arbeitslos bezeichnen, wenn sie danach gefragt würden. Sie gelten jedoch offiziell nicht als arbeitslos, weil sie die eine oder andere Voraussetzung nicht erfüllen — dass sie sich beispielsweise in der Woche zuvor aktiv um Arbeit bemüht haben müssen. Weiterhin gibt es 4,5 Millionen Teilzeitarbeitskräfte, die aber gerne ganztägig arbeiten würden... Acht Millionen amerikanische Arbeitnehmer arbeiten bloß vorübergehend. Zwei Millionen weitere arbeiten nur, wenn ihr Arbeiter sie abruft... Aus der Statistik sind außerdem fast sechs Millionen Männer zwischen 25 und 26 Jahren verschwunden. Nach den Volkszählungen gibt es sie, aber in den Arbeitsplatzstatistiken tauchen sie nicht auf."

Lester C. Thurow (*1938), US-amerikan. Ökonom, in "Die Illusion vom Jobwunder. Viele Arbeitslose werden von Amts wegen gar nicht mehr registriert" (Die Zeit, 44/1996)
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"Armut ist das größte Gift für die Umwelt.

Klaus Töpfer (*1938), dt. Politiker und Chef des UN-Umweltprogramms UNEP
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"Sklavenhändler, hast Du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für Dich.
Sklavenhändler, hast Du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für Dich.
Ich verkauf Dir meine Hände, ich verkauf Dir meinen Kopf,
ich versprech' Dir, nicht viel zu denken, und ich schau Dir nicht in Deinen Topf.
Für mich bist Du der Engel, der uns Armen Arbeit gibt.siehe auch Bernard Mandeville
Ohne Dich wär' ich verhungert, ich bin froh, dass es Dich gibt...
Und wenn ich siebenfünfzig verdiene, geb' ich Dir dreifünfzig ab,
ich brauch' sowieso nur was zu essen und vielleicht ein bisschen Schnaps.
Ich brauch' überhaupt nicht viel Geld, denn ich bin ein schlechter Mensch.
Ich hab' mein ganzes Leben nichts gelernt, außer dass man besser die Fresse hält..."

Ton Steine Scherben, "Sklavenhändler" auf dem Album "Warum geht es mir so dreckig" (1971)


"Ich hab nix und du hast nix, lass uns 'was draus machen."

Ton Steine Scherben, "Ich hab nix" auf dem Album "IV" (1981)
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"Die armen Nationen sind es, wo das Volk sich wohlbefindet, bei den reichen Nationen ist es gewöhnlich arm."

Antoine Louis Claude Destutt de Tracy (*1754, †1836), franz. Philosoph
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"Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben."

Kurt Tucholsky (*1890, †1935), dt. Schriftsteller und Literaturkritiker, in der "Weltbühne" (15. Sept. 1931)
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S T U V W

"Wer Zins nimmt, lebt auf Kosten der Arbeit anderer, ohne ihnen für diese Arbeit irgendeine Gegenleistung zu geben. Durch den Zins wird der Gleichwertgrundsatz in schwerster Weise verletzt. Christentumsiehe auch Friedrich Naumann und Zins sind unvereinbar."

Johannes Ude (*1874, †1965), Dekan der kath.-theol. Fakultät Graz
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"Die menschlichen, sozialen, ökologischen und anderen Kosten des 'Wachstums' werden immer unerträglicher. In den reicheren Ländern nimmt die Verschreibung von Antidepressiva rapide zu, und sie werden auch an Jugendliche und Kin- der verschrieben, in den USA schon an Zweijährige."

Jakob von Uexküll (*1944), schwed. Autor, Übersetzer und Begründer des "Right Livelihood Award" (Alternativer Nobelpreis), in einem Vortrag auf dem Zukunftskongress "Neues Miteinander für eine bessere Welt" (2002)


"Aber wenn höhere Werte nicht geschützt oder respektiert werden, wenn zum Beispiel Politiker darauf bestehen, 'Hand- lungsethik' von 'Gewissensethik' zu trennen, dann ist das moralische Kapital unserer Gesellschaften bald erschöpft. Für viele Menschen ist es zunehmend unerträglich, in einer Gesellschaft zu leben, deren Werte-Ordnung mit unserer inneren Wahrheitsiehe auch Kurt Biedenkopf kollidiert. Würde irgendjemand einen armen Afrikaner, der das Geld, das wir ihm geliehen haben, voll zurückgezahlt hat, weiterhin bedrängen und bestrafen, damit er uns auf Kosten der Gesundheit und Erziehung seiner Kinder auch Zins und Zinseszins bezahlt? Gerade das tun aber unsere Regierungen und Banken täglich, und zwar auch in unserem Namen!"

Jakob von Uexküll (*1944), schwed. Autor, Übersetzer und Begründer des "Right Livelihood Award" (Alternativer Nobelpreis), in einem Vortrag auf dem Zukunftskongress "Neues Miteinander für eine bessere Welt" (2002)


"250 Millionen Tiere (Kühe, Pferde, Schafe) werden jährlich durch Europa transportiert. 25 Millionen davon kommen tot an, aber es 'lohnt' sich trotzdem. Und dieses Wirtschaftssystem erwartet Vertrauen! Mit 'Kosten-Nutzen-Rechnungen'siehe auch Pierre Fornallaz versuchen seine Vertreter zu ergründen, nicht etwa wie viel Schadensersatz voraussichtliche Opfer ihrer Großprojekte verlangen würden, sondern wie viel diese zu zahlen willens sind, um eine Schädigung ihrer Interessen und Werte zu vermeiden. Das ist das moralische Niveau des Erpresserssiehe auch Erhard Eppler, der die Supermarktkette fragt, wie viel sie zahlen will, damit er ihre Produkte nicht vergiftet."

Jakob von Uexküll (*1944), schwed. Autor, Übersetzer und Begründer des "Right Livelihood Award" (Alternativer Nobelpreis), in einem Vortrag auf dem Zukunftskongress "Neues Miteinander für eine bessere Welt" (2002)
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"Als Vorbild für meine Aktion diente die so genannte 'Wära-Aktion' in Deutschland. Das war eine Tauschgesellschaft, deren Mitglieder sich freiwillig verpflichteten, Steuergeld im gegenseitigen Austauschverkehr zu benützen. Diese Wära-Aktion hat ein Bergwerk in Schwanenkirchen, welches bereits aufgelassen war, wieder in vollen Gang gebracht.siehe auch Hans Diefenbacher"

Michael Unterguggenberger (*1884, †1936), Wörgler Bürgermeister und Initiator des "Geldwunders von Wörgl", in der Wiener Zeitung Neue Zeitung 8 Uhr Blatt (31. Mai 1933)
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"Geld korrumpiert — vor allem jene, die es nicht besitzen."

Sir Peter Alexander Ustinov (*1921, †2004), brit. Schauspieler, Regisseur, Autor und UNICEF-Botschafter
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T U V W X

"Geld jedoch zu kaufen soll niemand gestattet sein, denn zum allgemeinen Gebrauch geschaffen, darf es nicht Waresiehe auch Joseph Beuyssiehe auch Sir William Petty sein."

Philipp VI. von Valois (*1293, "1350), König von Frankreich (1328–1350), in einem Dekret von 1346
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"Der Zins hat die ganze Gesellschaft vergiftet, die soziale Moral zerstört. An dieser Sünde muss unsere Gesellschaft zugrunde gehen. Der Zins ist der Angelpunkt der sozialen Frage."

Karl von Vogelsang (*1818, †1890), dt. Theologe (1884)
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U V W X Y

"Was sagen Sie, ist den Menschen die Wahrheit über das Geld überhaupt zumutbar? 'Mehr Geld für ihr Geld!', verkünden Wirtschaftsmagazine. Und der richtige Zeitpunkt, um unser Geld in beachtliche Renditen umzuwandeln, ist wie immer jetzt. Für die Vermehrungsiehe auch Peter Kafka des Geldes in Anlageformen gibt es die richtigen Formeln, die langfristig einfach zum Erfolg führen müssen. Die Kurven auf den Computermonitoren gehen zwar rauf und runter, aber im Prinzip gehen sie immer hinauf. Die Geldvermehrungsformeln funktionieren. 'Mehr Wahrheit über und für ihr Geld!' Eine solche Schlagzeile ist mir in den 'So-machen-Sie-mehr-aus-Ihrem-Geld-Magazinen' noch nicht untergekommen. Ist vielleicht die Wahrheit über das Geldsiehe (unter anderem auch) Bernard A. Lietaer dem Menschen doch nicht zumutbar?"

Helmut Waldert (*1932), Religionslehrer, Journalist und Moderator von Sendungen beim ORF-Radio Ö1, in der Sendung "Radiokolleg" zum Thema "Geld frisst Welt" (1995)
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"In einigen Fällen, klagt der kanadische Landwirt Percy Schmeisersiehe dort, hätten Fahnder sogar vom Flugzeug aus 'Roundup'-Sprühbomben über Feldern widerspenstiger Farmer abgeworfen, um zu testen, ob dort herbizidresistente GMOs [gen- technisch veränderte Nutzpflanzen] gedeihen. Starben die Pflanzen nicht ab, nahmen die Spitzel es als Beweis, dass der Farmer Monsanto-Produkte angebaut hatte."

Gerhard Waldherr (*1960), dt. Journalist, Autor und freier USA-Korrespondent, im Greenpeace-Magazin
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"Die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts haben gezeigt, dass die Produktion nicht mehr die gleiche Kontrolle über die Wirtschaft hatte wie im 19. Jahrhundert.siehe auch Abdullah Öcalan Die Besitzer der Produktionsmittel waren nur selten Einzelpersonen oder Familien, und sie stellten sicherlich keine eigene Klasse mehr dar. Die Unternehmen gehörten Millionen von Aktionären — von Rentnern, die von einem begrenzten, festen Einkommen leben, bis zu Milliardären, die Aktien von hunderten Unter- nehmen besaßen. In dem sich neu herausbildenden System liegt die Macht in Händen einer neuen Klasse von Finanzfachleuten, die manchmal riesige Geldmengen besitzen, machmal diese aber mit Hilfe von Maklerfirmen, Banken, Pensionskassen, Versicherungsagenturen und Kapitalanlagegesellschaften nur kontrollieren... Da das Geld an Bedeutung zunimmtsiehe auch Oswald Spengler , zeichnet sich ein neuer Kampf um seine Kontrolle ab."

Jack Weatherford, in "Eine kurze Geschichte des Geldes und der Währungen" (1999)
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"Kein normaler Konsument weiß heute auch nur ungefähr um die Herstellungstechnik seiner Alltagsgebrauchsgüter. Nicht anders aber steht es mit sozialen Institutionen wie dem Geld. Wie dieses eigentlich zu seinen Sonderqualitäten kommt, weiß der Geldgebraucher nicht, da sich ja selbst die Fachgelehrten streiten."

Max Weber (*1864, †1920), dt. Soziologe, Philosoph und Politiker
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"Dann verschraubt Dornberger den Sarg aus Kiefernholz, ein Billigmodell aus Tschechien, das im Ankauf weniger als 200 Euro kostet. 'Mit dem Sarg machst du die größte Rendite'siehe auch Gustav Ruhland..."

Urs Willmann, in dem Artikel "Wie man in Deutschland begraben wird", in DIE ZEIT (15. April 2004)
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"Der Mensch ist dabei, die Erde aus dem Gleichgewicht zu bringen, und hat keine Ahnung, welche Dimensionen die Folgen seines Tuns annehmen werden. Die Abholzung der tropischen Wälder, die Unmengen von Giftgasen, die täglich von Autos, Flugzeugen und Industriebetrieben in die Luft geblasen werden, die Verschmutzung der Flüsse, Seen und Ozeane, die Anhäufung von Müll, die einseitige Bewirtschaftung von Ackerland, der zur Idiotie gesteigerte Konsum- zwangsiehe auch Klaus Popp, der die Spirale der Müllproduktion ankurbelt — all das kann auf Dauer nicht folgenlos sein."

Franz M. Wuketits, Wissenschaftstheoretiker und Biologe, ehemaliger Direktor des Konrad-Lorenz-Instituts für Evolutions- und Kognitions- forschung, Professor an den Universitäten Graz und Wien, Österreichischer Staatspreis für Wissenschaftliche Publizistik 1982, in "Naturkatas- trophe Mensch — Evolution ohne Fortschritt" (1998)
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W X Y Z A

"Die meisten Banken arbeiten mit einer Geld-Apartheid. Sie leihen den Reichen, und die Armen haben kein Recht, Geld zu bekommen. Aber wenn sie eine Chance bekommen, zahlen sie ehrlicher zurück als die Wohlhabenden."

Muhammad Yunus (*1940), Wirtschaftsprofessor in Bangladesh und Gründer der "Grameen-Bank" [Dorfbank]
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X Y Z A B

"Von großer Bedeutung ist ferner die Tatsache, dass die meisten ökonomischen Lehrstühle an den einflussreichen Insti- tuten und Universitäten der USA von Finanzinstitutionen — also Banken und verwandten Einrichtungen — finanziert werden. Diese Gruppen nehmen direkten Einflusssiehe auch Gustav Ruhland darauf, mit welchen Personen diese maßgebenden Lehrstühle besetzt werden, und damit auch darauf, mit welchen monetären Ansichten die nächste Generation von Ökonomen und Lehrern indoktriniert wird.siehe auch Silvio Gesell"

Stephen Zarlenga (*1941), US-amerikan. Psychologe und Autor, in "Der Mythos vom Geld — die Geschichte der Macht" (1999)
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letzte Aktualisierung: 24. September 2004